Die Biathletinnen stecken tief in der Formkrise

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Von DPA

So, 15. Dezember 2019

Sonstige Sportarten

Der Sonntag Beim Staffelrennen im österreichischen Hochfilzen landet das deutsche Team auf dem enttäuschenden zwölften Platz.

Denise Herrmann hatte feuchte Augen nach dem Staffel-Debakel von Hochfilzen. "Man könnte meinen, ich habe erst gestern mit dem Biathlon angefangen. Das könnte wahrscheinlich meine Oma besser", sagte die in Bayern lebende Sächsin. Ausgerechnet die Verfolgungsweltmeisterin leistete sich gleich drei Strafrunden – die deutsche Damen-Staffel beendete das Rennen über die 4x6 Kilometer am Samstag beim Sieg von Weltmeister Norwegen auf Platz zwölf. So schlecht war eine deutsches Damen-Quartett im Weltcup noch nie unterwegs gewesen.

Die Männer dagegen schlugen sich im Verfolgungsrennen achtbar. Beim 40. Einzelsieg des fehlerfreien gebliebenen Johannes Thingnes Bö aus Norwegen schafften es Johannes Kühn (2 Fehler/1:24,1 Minuten zurück), Arnd Peiffer (1/1:28,8) und Benedikt Doll (2/1:36,9 zurück) auf die Plätze zwölf, 13 und 14. Philipp Horn (3/2:02,2) wurde 18., Simon Schempp (3/2:52,3) beendete das Rennen auf Platz 28 und wird in der Staffel am Sonntag, 14 Uhr, live in der ARD und bei Eurosport, pausieren. Für diese nominierte Kirchner Erik Lesser, Kühn, Peiffer und Doll.

"Wir wollen dem Simon Luft lassen, um sich gut zu regenerieren. Er hat hier ordentliche Wettkämpfe gemacht und wir müssen ihn behutsam aufbauen", sagte Bundestrainer Mark Kirchner. Schempp, der etatmäßige deutsche Schlussläufer, hatte in der vergangenen Saison die WM auslassen müssen und kämpft um die Rückkehr zur alten Stärke. Olympiasieger Bö benötigte für die zehn Kilometer 31:27,0 Minuten und lag 46,9 Sekunden vor dem ebenfalls am Schießstand fehlerfrei gebliebenen Russen Jewgeni Loginow.

In der Damen-Staffel waren Karolin Horchler, Herrmann, Vanessa Hinz und Franziska Hildebrand auf Wiedergutmachung aus nach dem Katastrophen-Sprint beim Auftakt. Herrmann war am Vortag als 41. (!) beste deutsche Skijägerin gewesen beim schlechtesten Weltcup-Intermezzo überhaupt. "Manchmal hilft es, den Kopf frei zu machen und nicht nur an Biathlon zu denken", riet Magdalena Neuner, die ARD-Expertin. DPA