Spannende Tage im Landschulheim

Lena Koenen , Lenia Comer, Leopold Wolfert, Luca Staude und Philipp Benjamin Kölbel, Klasse 4a, Thaddäus Rinderle Schule

Von Lena Koenen , Lenia Comer, Leopold Wolfert, Luca Staude und Philipp Benjamin Kölbel, Klasse 4a, Thaddäus Rinderle Schule (Staufen)

Fr, 27. März 2020

Zisch-Texte

Mannschaftsspiele, Nachtwanderungen und eine Menge Spaß – Zisch-Reporter aus Staufen berichten von einer ereignisreichen Klassenfahrt.

Die Zisch-Reporter aus der Klasse 4a der Thaddäus-Rinderle-Schule in Staufen waren im Oktober 2019 im Landschulheim bei Herrischried. Für Zisch schreiben sie später folgende Berichte.

Das Flaggenspiel
Am letzten Tag haben wir alle vor der Abfahrt ein Spiel gespielt, das im Wald stattgefunden hat. Zum Spiel gehörten zwei Teams, ein blaues und ein rotes. Es hieß "Capture the flag", das heißt: Erobere die Flagge. Lustig, aber auch gefährlich war das Spiel, weil man die ganze Zeit über Wurzeln von den Bäumen gestolpert ist.

Zuerst mussten wir ein großes unauffälliges Lager bauen. Dann versteckten wir die Flagge. Ich war der Sanitäter und sollte allen ein Band geben, die ihres bei einem Kampf verloren hatten. Aber es war auch lustig als Sanitäter. Wenn jemand mir mein Band abreißen würde, dann könnte ich mir immer wieder ein neues Bändchen holen.

Am Ende hat sich mein Team zusammengetan und hat einen riesigen Kampf gewagt. Dabei habe ich versucht, gegen Leopold zu kämpfen. Er kam auf mich zu und sah extrem wütend aus. Ich fürchtete mich richtig vor ihm. Eigentlich wollte ich flüchten, aber ich war wie angewurzelt. Wir rangen miteinander, als ob es um unser Leben ginge. Leopold hatte mein Band, und ich musste mir eines anbinden, damit ich weitermachen konnte, aber in diesem Augenblick, als mir jemand aus meinem Team das Band angebunden hat, war das Spiel zu Ende. Beide Teams haben die Flagge nicht gefunden. Aber wir wussten trotzdem, wer gewonnen hatte, und zwar das rote Team. Ich fand das zwar schade, dass die Roten in diesem Spiel gewonnen hatten, aber es war trotzdem ein tolles Spiel.

Der Tunnel aus zwei Beinen
An einem Donnerstag im Oktober liefen wir, die Klasse 4a den Berg hoch, um ein Spiel zu spielen. Als wir oben waren, wurden die Mannschaften des Spiels gewählt.

Und das Spiel ging so: Jedes Team musste eine Flagge verstecken, demnach der Name "Capture the flag", auf Deutsch "Erobere die Flagge"! Das andere Team versuchte, sie zu stehlen. Eine Flagge gab 100 Punkte, aber man konnte sie auch zurückerobern. Es gab auch Bändchen, rote und blaue, die an den Armen festgebunden wurden. Ein Band gab fünf Punkte. Es ging endlich los: Jedes Team durfte seine Flagge verstecken!

Danach suchte meine Mannschaft die gegnerische Flagge. Leider ohne Erfolg. Die Sanitäter hatten genug Bändchen und konnten jedem, der sein Bändchen im Kampf verloren hatte, Ersatz geben. Plötzlich kam ich an eine kleine Waldlichtung. Dort gefror mir das Blut in den Adern. Dann wurde mir schwarz vor Augen. Als ich aufwachte, lag ich auf dem Boden und sah verschwommen jemanden wegrennen. Dieser jemand war unser Sozialarbeiter Christoph Zacharias, der sich gerade umdrehte. Ich dachte: "Der kommt zurück, jetzt ist alles vorbei!" Es schien mir eine Ewigkeit, die ich ihn angestarrt hatte. Danach rannte ich weg.

Doch da erwartete mich ein neuer Schrecken: Die gegnerische Bande lief nur wenige Meter vor mir sehr schnell vorbei. Ich erstarrte vor Schreck. Ich erkannte, dass sie sich genauso erschreckten. Sie waren viel mehr als ich, es war unmöglich, sie anzugreifen. Ich wollte erst zur einen Seite, dann zur anderen ausweichen, aber ich scheiterte! Dann knackte es hinter mir, nun hatten sie mich umzingelt!

Der Kreis wurde immer enger und enger! Da kam mir eine Idee: "Wenn Herr Zacharias so breitbeinig dasteht, kann ich durch seine Beine kriechen!" Ich holte tief Luft und krabbelte schnell durch seine Beine, und er sah nur noch eine Staubwolke aufwirbeln! Da hörte ich ein Wutgeschrei von ihm! Danach passierte nichts Besonderes mehr.

Schließlich hörte ich das Horn erklingen. Das hieß, dass wir alle zum Treffpunkt zurückkommen sollten. Alle fanden das Spiel gut, denn jeder hatte gute Laune, als wir den Berg hinunterliefen.

Die Verfolgungsjagd
An einem Tag spielten wir ein Spiel namens "Capture the flag." Alle waren aufgeregt, weil es noch keiner gespielt hatte. Es funktioniert so:

Es gibt zwei Mannschaften. Jedes Team baut ein Lager und sucht sich zwei Sanitäter aus. Die Sanitäter haben Bändchen; das eine Team hat blaue Bändchen, das andere rosafarbene Bändchen. Die Sanitäter binden jedem Kind ein Bändchen um den Oberarm. Ziel ist es, die meisten Punkte zu erreichen. Dies ist einmal möglich, indem man den Gegnern die Bändchen abreißt, oder indem man die gegnerische Flagge findet. Ohne Bändchen darf man nicht mehr kämpfen.

Nun ging es los! Ich lief los und alles war leise. Doch auf einmal hörte ich Stimmen. Hinter einem alten, moosbewachsenen Baum versteckte ich mich. Doch ich sah nur, dass sich das gegnerische Team versammelt hatte. Auf einen Schlag rannten alle weg. Christoph Zacharias, der Schulsozialarbeiter, und Filiz rannten auf mich zu. Sie hatten mich gesehen. Was sollte ich machen? Mir fiel nichts Besseres ein als wegzusprinten. Bei jedem Schritt wurde es schlimmer. Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Schweiß brach aus. Von der Ferne sah ich einen riesigen Laubhaufen. Das war das Richtige. Ich duckte mich. Alles tat weh von Kopf bis zu den Füßen. Hilflos fühlte ich mich immer noch. Ich hörte Blätter rascheln und Hölzer knacken. Doch dann sah ich ein Eichhörnchen am Baum hochklettern. Ein Eichhörnchen hatte mich erschreckt!

Ich kroch aus meinem Versteck und suchte die anderen. Ich war etwas vorsichtiger, denn man wusste ja nicht, ob da gleich jemand auf mich zu rennen würde. Ich hörte die anderen. Sie riefen: "Lenia, wo bist du, wir sind hier!" Als ich bei ihnen war, erzählte ich, was mir passiert war, und was ich gesehen hatte. Dann kam das gegnerische Team und rief: "Hu, hu, hu, hu!" Alle kämpften und alle hatten Spaß. Am Ende gewannen wir sogar. Das war ein tolles, lustiges und spannendes Erlebnis.

Ein Abend voller Spaß
Wir waren mit der ganzen Klasse 4a im Landschulheim am 23. Oktober 2019. Am Abend sollten wir alle in den Spielraum. Als wir da waren, haben wir ganz viele Spiele gemacht und Lieder gesungen. Das letzte Spiel war sehr spannend. Es hieß "Parkplatz in Hongkong". Als es losging, hat mir einer zugeblinzelt und ich wollte zu seinem Platz rennen, aber die ganze Klasse rannte auch und ich bin hingefallen und mein Bein schmerzte. Ich dachte, ich bekäme keinen Platz mehr, aber ich hatte es geschafft und Philipp hatte keinen. Ich saß auf dem Platz und wischte mir den Schweiß von der Stirn. Später gingen wir alle müde ins Bett.

Adrenalin!
Es war Mittwochabend, am 23. Oktober 2019. Die Klasse 4a der Thaddäus-Rinderle-Schule Staufen saß im Stuhlkreis im Landschulheim in Herrischried. Der Sozialarbeiter Christoph Zacharias teilte uns mit: "Heute ist die erste von zwei Nachtwanderungen!" Es wurden zwei Zimmer dafür ausgewählt, mein Zimmer und ein Mädchenzimmer. Christoph Zacharias und eine Studentin gingen mit. Wir zogen uns warm an und es ging los.

Zuerst liefen wir den Berg hoch und dann auf einen Weg. Es war stockdunkel, aber man brauchte keine Angst zu haben, denn in der Nacht ist der Wald das friedlichste Gebiet auf der Welt.

Plötzlich sagte Christoph Zacharias: "Merkt euch die Stelle!" Ich dachte mir: "Hä?", aber als er weitergesprochen hatte, dachte ich mir: "Ach du meine Güte!"

Er hatte nämlich gesagt, dass wir 20 Meter durch den Wald alleine laufen mussten. Das Ende war die Stelle, die wir uns merken sollten. Es ging los! Mein Freund Max war als Erster dran. Christoph Zacharias gab immer ein Signal. Wenn das Signal ertönte, durfte der Nächste loslaufen. Nach Max war ich dran. Es lief mir kalt den Rücken runter. Plötzlich sah ich neben dem Weg eine gruselige Gestalt. Mir war angst und bange, doch ich bildete mir das nur ein. Mein Herz pochte wie wild, ich schwitzte. Doch dann sah ich unseren Sozialarbeiter, ich hatte das Ziel erreicht.

Als alle wieder beisammen waren, liefen wir zurück zum Landschulheim. Es war das spannendste Erlebnis, das ich bisher erlebt habe.