Soccer Court

Spenden gefragt für mehr Bewegung und Begegnung in Müllheims Weilertal

Marlon Tritschler

Von Marlon Tritschler

Do, 01. Dezember 2022 um 21:00 Uhr

Müllheim

Der SV Weilertal plant einen Soccer Court für Kinder und Jugendliche. Diesen muss der Verein aber komplett aus eigener Kraft finanzieren.

Noch sieht der Grünstreifen vor dem Römerbergstadion des SV Weilertals nicht sehr einladend aus: Auf dem laubbedeckten Rasen stehen Fußballtore kreuz und quer, eine Plane beschwert mit Ziegelsteinen liegt herum und ein Baumstumpf ragt aus dem Boden. Doch wenn es nach den Verantwortlichen des Vereins geht, soll dort schon bald ein kleiner Fußballplatz für Kinder und Jugendliche aus der Umgebung entstehen. Was jetzt noch fehlt: Spendengelder, um das Projekt zu finanzieren.

Geplant ist ein sogenannter Soccer Court, ein zehn auf 15 Meter großes Kunstrasen-Spielfeld mit zwei Toren, das auf allen Seiten von einer Bande begrenzt ist. Ein großer Zaun, der den Platz umschließt und ein Deckennetz sollen verhindern, dass Bälle aus dem Court auf den benachbarten Parkplatz fliegen. Ob sich das alles so umsetzen lässt, hängt nicht zuletzt auch von der Spendenbereitschaft der Unterstützer des Vereins ab. "Schließlich wird der Platz rein durch private Zuwendungen finanziert", erklärt Jörg Golombeck, der Initiator des Projekts.

Golombeck: Kinder leiden unter motorischen Problemen

Golombeck ist bereits seit zwölf Jahren ehrenamtlicher Jugendtrainer beim SV Weilertal. Als gelernter Ergotherapeut beobachtet er, dass Kinder zunehmend an Konzentrationsmangel und motorischen Einschränkungen leiden. "Der Bedarf an Ergotherapie ist seit der Coronapandemie stark angestiegen", erklärt er. Ursache hierfür sei der Bewegungsmangel der Kinder. "Die Kinder verbringen zu viel Zeit vor Handy und Computer", meint der Therapeut. Dies sei durch die Corona-Maßnahmen nochmal verschärft worden.

Die Idee des Soccer Courts kam Golombeck aber bereits vor etwa zehn Jahren. "Als Jugendtrainer ist mir aufgefallen, dass die Kinder motorisch ungeschickter waren als die Jahrgänge davor", erzählt er. Der Soccer Court soll die Kinder animieren, sich wieder mehr zu bewegen.

Leisinger: Platz soll Begegnungsstätte sein

"Der Platz soll eine Begegnungsstätte sein", ergänzt Sabine Leisinger, Jugendleiterin beim SV Weilertal. Durch die Nähe zum Vereinsgelände und zu den Trainingsplätzen hofft sie zwar auch, das einige der Jugendlichen Lust bekommen, das Training einer der Jugendmannschaften des Vereins zu besuchen. In erster Linie sollen die Kinder sich auf dem Court aber zum gemeinsamen Kicken treffen können, ohne auf Trainingszeiten oder gesperrte Fußballplätze Rücksicht nehmen zu müssen.

Es gibt bereits Soccer Courts in der Region. Beispielsweise im Kleinfeldele in Müllheim oder am Fußballplatz in Ballrechten-Dottingen. Leisinger und Golombeck sind sich aber einig, dass das aktuelle Angebot an für Kinder und Jugendliche frei zugänglichen Fußballplätzen nicht ausreicht.

Das Spendenziel liegt bei 40 000 Euro

Geplant ist der Baubeginn im April 2023. Ob sich das realisieren lässt, hängt auch davon ab, ob und wie schnell das Spendenziel von 40 000 Euro erreicht wird. Aktuell hat der Verein Spendenzusagen in Höhe von 14 500 Euro. Zudem soll auch einiges an Eigenleistung von Mitgliedern des Vereins einfließen. Wenn der Soccer Court dann einmal Wirklichkeit wird, will Jörg Golombeck sich mit seiner Jugendmannschaft um die regelmäßige Pflege des Platzes kümmern. Für das Projekt gibt es prominente Unterstützung: Bundesliga-Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck – der Mitglied des SV Weilertals ist – übernimmt die Schirmherrschaft des Soccer Courts. Um das Projekt weiter voran zu treiben sammeln Jugendspieler des Vereins am 10. sowie am 17. Dezember Spenden vor Müllheimer Geschäften.

Weitere Infos zum Projekt und zur Spendenaktion gibts es unter: [email protected] oder [email protected]