Spielerisch für den Ernstfall gewappnet

Horatio Gollin

Von Horatio Gollin

Fr, 23. August 2019

Grenzach-Wyhlen

Jugendrotkreuz organisiert abwechslungsreichen Tag für 24 Kinder.

GRENZACH-WYHLEN. "Zuerst ruft man von weitem Hallo. Dann geht man ran, schüttelt ein bisschen und fragt nochmal: Hallo?", erklärt die zehnjährige Nele aus Wyhlen, wie man sich einem bewusstlosen Menschen nähern soll. Sie kann auch erklären, wie ein Bewusstloser in die stabile Seitenlage gebracht wird. Das haben Kinder beim Ferienangebot des Jugendrotkreuzes (JRK) des DRK-Ortsvereins Grenzach-Wyhlen geübt.

Hindernisparcours mit Trage rundet Tag ab

"Der Arm muss wie ein großes L gebogen sein", ergänzt die zehnjährige Ella aus Wyhlen Neles Ausführungen. Besonders gut hat Ella gefallen, dass sie sich auch gegenseitig Verbände angelegt haben: "Die haben wir selbst gemacht." Fast alle Kinder haben Kopfverbände oder mit Mull umwickelte Arme und Beine. 24 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren nehmen am Erste-Hilfe-Tag teil, den die Jugendrotkreuzler in Eigenregie organisiert haben.

Die Gruppenleiter Jenny Jerzembeck und Aaron Blum betreuen die Kids mit Unterstützung durch die beiden 13-jährigen JRK-Mitglieder Lukas und Wladi. In der Küche stehen der stellvertretende JRK-Leiter Lutz Ebert und der ehemalige Vorsitzende Stefan Wolff und kochen Nudeln mit Rindfleisch-Bolognese-Sauce.

Die Programmgestaltung und Durchführung obliegt den beiden Gruppenleitern. Nach Kennenlernspielen haben sie mit den Kids geübt, wie man einen Notruf absetzt und den Inhalt eines Verbandskastens sowie die Verwendung der Gegenstände besprochen. Die Kinder haben gelernt, wie man Kopfverbände, Druckverbände und normale Verbände anlegt. Es wird ein Blick in den Sanitätsgerätewagen für Großeinsätze und auf seine Ausrüstung geworfen. Für den Schluss ist ein Hindernisparcours mit der Trage geplant.

Die neunjährige Noemi aus Wyhlen hat gelernt, dass beim Notruf die fünf W-Fragen wichtig sind, damit der Rettungswagen weiß, wohin er kommen soll und was passiert ist. Das Verbändeanlegen hat ihr auch am meisten Spaß gemacht und Nudeln mit Bolognese-Sauce mag sie gerne. Ella findet es gut, was das Rote Kreuz macht und könnte sich vielleicht vorstellen, zum JRK zu gehen.

Für die Mitglieder Wladi und Lukas ist das überhaupt keine Frage. Lukas ist schon seit zwei Jahren dabei. Am Anfang hatte ihn nur Erste Hilfe interessiert, bis er gemerkt hat, was das DRK alles macht. Wladi ist seit Dezember bei der Jugendorganisation. Er findet gut, dass vom DRK allen Menschen geholfen wird, auch wenn sie arm sind.