Basketball

Was läuft wie bei den Freiburger Eisvögeln?

Georg Gulde

Von Georg Gulde

Sa, 24. Oktober 2015 um 00:00 Uhr

USC Eisvögel

Die Basketballerinnen des USC Freiburg haben in der Bundesliga zuletzt zwei hohe Niederlagen einstecken müssen. Wie ist die Lage bei den Eisvögeln – und wie die Aussichten? Eine Analyse.

An diesem Samstag (19.30 Uhr) sind die Freiburgerinnen im Heimspiel gegen den Tabellenvierten Herne nur krasser Außenseiter. Läuft etwas falsch bei den Eisvögeln in ihrer 16. Saison in Folge im Oberhaus des deutschen Frauen-Basketballs? Eine Analyse zum Ist-Zustand nach der Hälfte der Vorrunde und zu den Aussichten für den Rest der Saison.

Was läuft gut?
Das Engagement der Mannschaft ist beachtlich. Der 13-köpfige Eisvögel-Kader, in dem jetzt auch die 17-jährige Viktoria Wieczorek fester Bestandteil ist, weist einen Altersschnitt von 20,0 Jahren auf – der USC ist damit die jüngste Mannschaft der Liga. Das Team besteht aus drei nordamerikanischen Profis, die sich in ihrem ersten Bundesliga-Jahr in Deutschland beweisen wollen, und zehn deutschen Spielerinnen. Alle sind mit enormem Eifer dabei. Die deutschen Spielerinnen sind Schülerinnen oder Studentinnen, haben also eine Doppelbelastung zu schultern. Die beiden Siege zum Saisonstart gegen Chemnitz und Osnabrück gaben Selbstvertrauen. Allerdings sind das genau die beiden Teams, die aktuell die schwächsten der Liga darstellen.

Was läuft schlecht?
Noch bevor eine Partie gespielt war, fiel in Satou Sabally ein Neuzugang aus. Die 17-jährige Berlinerin, die oft als das Talent des deutschen Frauen-Basketballs dargestellt wird, muss bis Weihnachten pausieren – wegen der Vorstufe eines Ermüdungsprozesses im Oberschenkel. Ein grippaler Infekt setzte zudem die Kanadierin Korissa Williams zeitweise außer Gefecht. Sie ist für das Team jedoch unverzichtbar. Denn Williams, die im Sommer mit Kanadas Team bei der Studenten-WM (Universiade) Silber holte, ist die einzige Aufbauspielerin im Freiburger Kader mit Erfahrung, großem Spielverständnis und der Fähigkeit, sich auch einmal eins gegen eins durchzusetzen. Nur wenn die Spielerinnen fit sind und die Spielsysteme im Training mit Fünf gegen Fünf geübt werden können, gewinnt das junge Team an Sicherheit. Wenn aber Verletzungen oder (Erkältungs-)Krankheiten dazu führen, dass wenig Spielerinnen im Training sind, dann harzt es bei den Eisvögeln.

Was läuft anders?
Die Französin Soana Lucet war in der vergangenen Saison auf dem Spielfeld die Anführerin der Eisvögel. Sie stampfte mit Dampf zum Korb, warf und traf Dreier. Sie war so gut, dass sie vom deutschen Serienmeister Wasserburg ein Angebot erhielt – und annahm. In ihre Rolle sollen Alexandra Williams und/oder Neu-Nationalspielerin Elisabeth Dzirma schlüpfen. Die 21-jährige Dzirma ist eine sprungstarke Spielerin, die ihre Stärken in der Offensive hat. Im Bemühen, es allein erzwingen zu wollen, verrennt sie sich aber noch zu oft in der gegnerischen Verteidigung.

Wie wird diese Saison verlaufen?
Kann Satou Sabally tatsächlich in der Rückrunde spielen, wird sie trotz ihrer erst 17 Jahre das Team variabler und stärker machen. Bleiben Verletzungen der Leistungsträgerinnen aus, werden es die Eisvögel wieder in die Playoffs der besten acht Mannschaften schaffen.