Eishockey

Freiburger Heimsieg-Serie reißt – Wölfe unterliegen Heilbronn

Toni Nachbar

Von Toni Nachbar

Fr, 31. Januar 2020 um 22:19 Uhr

EHC Freiburg

Rückkehrer Simon Danner trägt sich zwar gleich in die Torschützenliste ein – doch am Ende hat wieder einmal der Angstgegner die Nase vorn: Der EHC Freiburg verliert in der Verlängerung.

Man muss es anerkennen: Die Heilbronner Falken spielen in dieser Saison gutes Eishockey in der DEL 2 – und das erst recht, wenn der Gegner EHC Freiburg heißt. Am Freitagabend reichte dem Team von Trainer Peter Russell nicht mal ein Zwei-Tore-Vorsprung, um die Mannschaft seines Kollegen Alexander Mellitzer in die Knie zu zwingen. Die Falken gewannen in der Echte-Helden-Arena nach einem gutklassigen und sehenswerten Spiel mit 5:4 (1:2, 2:1, 1:1, 1:0) nach Verlängerung. Es war die erste EHC-Heimniederlage nach elf gewonnenen Spielen in Serie.

Gestartet waren die Wölfe furios. Bereits in der dritten Minute raste Luke Pither durch die gegnerische Zone, wackelte in hohem Tempo einen gegnerischen Verteidiger aus und ließ dem Heilbronner Torhüter Matthias Nemec mit einem Schuss unter die Querstange keine Chance. Als der Angreifer der Falken, Jan-Luca Schumacher, die erste Strafzeit des Spiels nahm, bestraften dies die Freiburger prompt: Eine Kombination über Heimkehrer Simon Danner und Alexander Brückmann schloss Cam Spiro zum 2:0 ab (7.).

Danner in einer starken Reihe mit Spiro und Linsenmaier

Apropos Danner: Der Ex-Schwenninger, der vom EHC-Fanblock beim Einlaufen freudig willkommen geheißen und vom Hallensprecher Arne Bicker mit "Kind der Stadt" begrüßt worden war, fand gleich Platz in einer starken Reihe mit Spiro und Linsenmaier – und sammelte gleich im ersten Spiel Scorerpunkte. Aber er sorgte auch für die Wende im ersten Drittel, als er einem Gegner das Bein stellte, auf die Strafbank verbannt wurde und mit ansehen musste, wie nur ein paar Sekunden später der Heilbronner Verteidiger Jan Pavlu den Anschlusstreffer erzielte. Fortan war das Match ausgeglichener, die EHC-Angriffswellen ebbten ab, und Wölfe-Torhüter Ben Meisner bekam zunehmend Arbeit.

"Ein tolles Spiel, ich bin vom Tempo sehr angetan." Lars Voßler
Doch auch der Freiburger Schlussmann konnte nicht verhindern, dass die Heilbronner im Mitteldrittel das Match zunächst komplett drehten. Den Freiburgern setzte die "letzte" Linie der Heilbronner zu – mit Schumacher, Valentino Klos und Louis Brune. Letzterer überwand, vom linken Flügel kommend, binnen weniger Minuten zwei Mal mit harten Schüssen den wackeren Ben Meisner.

Immerhin versteht sich der EHC aufs Powerplay: Spiro und Linsenmaier ließen die Scheibe so lange laufen, bis Danner freie Schussbahn hatte und das 3:3 markierte. Auf der Tribüne saß auch der Co-Trainer des SC Freiburg, Lars Voßler, und kommentierte begeistert: "Ein tolles Spiel, ich bin vom Tempo sehr angetan."

Pageau -Strafzeit ebnet Heilbronn den Weg zum Sieg

In puncto Rasanz ließ auch das Schlussdrittel nichts zu wünschen übrig. Doch die cleverere Mannschaft stellten die Heilbronner mit ihrem sich enorm steigernden Torhüter Nemec. Einen ihrer gut vorgetragenen Angriffe dehnten sie so lange, bis Verteidiger Corey Mapes aus der Distanz einen herrlichen Schlenzer riskierte und zum 4:3 traf. Doch die Wölfe bäumten sich in der Schlussphase noch einmal auf und erkämpften das fünfte Powerplay. Linsenmaier schaffte erneut den Ausgleich. Doch in der Verlängerung beging EHC-Verteidiger Nick Pageau ein Foul. Die Vier-gegen-drei-Überzahl nutzten die Heilbronner zum Siegtreffer durch Damon nach Vorlage von Wruck.
Tore: 1:0 Pither (3.), 2:0 Spiro (7.), 2:1 Pavlu (13.), 2:2 Brune (22.), 2:3 Brune (25.), 3:3 Danner (38.), 3:4 Mapes (3:4), 4:4 Linsenmaier (59.), 4:5 Damon (62.). Strafminuten: 6 - 10. Zuschauer: 3450.