Handball

TuS Ringsheim: Kempa-Trick als Signal, das am Ende doch verpufft

Uwe Schwerer

Von Uwe Schwerer

Mo, 10. Februar 2020 um 14:53 Uhr

Landesliga Süd

Die jungen Landesliga-Handballer des TuS Ringsheim nehmen am Sonntag die vierte Niederlage in Folge hin. Dafür gibt es Gründe.

RINGSHEIM. Der Frust war am Sonntagabend besonders ausgeprägt bei den Landesliga-Handballern des TuS Ringsheim und ihrem Anhang. Denn diese 25:26 (10:15)-Niederlage gegen den TV Ehingen war definitiv vermeidbar. "Es ist immer wieder dasselbe", sagte TuS-Trainer Benny Michel nach einem Wechselbad der Gefühle kopfschüttelnd. "Wir sind nicht clever genug." Der TuS schien die Partie schon gedreht zu haben, gab die Punkte aber am Ende leichtfertig aus der Hand. Dies war nun die vierte Ringsheimer Niederlage in Folge.

Dass es den Ringsheimern zuweilen an der Ruhe und eben an jener Cleverness fehlt, mag auch mit dem Altersdurchschnitt des Ensembles zu tun haben, welches bei rund 21 Jahren liegt. Jan Schlötzer, die zentrale Figur beim TuS in vielerlei Hinsicht, und Florian Lindemann zählen jeweils 26 Lenze. Damit sind sie die Erfahrendsten im jungen Team.

Zur Pause durfte man sich durchaus Sorgen machen um die Ringsheimer, denn im Endspurt der ersten Halbzeit hatten sie vier Treffer nacheinander kassiert, weswegen die Ehinger mit fünf Toren vorne lagen. In der Offensive hatte der TuS ohne Druck und Überzeugung agiert, in der Abwehr war er nicht immer wach. Dies änderte sich aber nach dem Seitenwechsel. Ein gelungener Kempa-Trick, mit dem Thomas Kölblin zum 12:17 erfolgreich war, änderte die Stimmungslage. Derart motiviert, holten die ganz in rot gekleideten Ringsheimer Tor um Tor auf. Die bis dahin ruhig und sicher agierenden Ehinger wurden nun ihrerseits fahrig, verwarfen Bälle. Beim Stand von 18:19 machte TuS-Torwart Daniel Walter kurz hintereinander zwei Würfe aus kurzer Distanz unschädlich; sein Team-Kollege Tobias Blust wehrte beim Stand von 22:20 einen Siebenmeter ab. Nach etwas mehr als 49 Spielminuten führte der TuS mit 24:20. Die Partie gedreht, die Punkte praktisch sicher? Mitnichten. Den jungen Michel-Schützlingen gelang in den restlichen zehn Minuten nur noch ein Treffer – zu wenig, um die Punkte in der Kahlenberghalle zu behalten.

"Wir sind in einem Umbruchjahr", hatte Michel vor der Partie erklärt. Nach den Abgängen von Leistungsträgern wie Gabriel Kaufmann und Daniel Stöcklin machte der TuS aus der Not eine Tugend und setzte auf die Jugend. "Uns bleibt gar nichts anderes übrig. Wir sind kein großer Verein, wir haben kein Geld", stellte Handball-Abteilungsleiter Johannes Kaufmann fest. Er und Michel haben einen einstelligen Platz als Ziel für diese Saison ausgegeben. Eine maßvolle Vorgabe.

Immerhin verstehen die Ringsheimer Handballfans die Leistung ihres Teams einzuordnen. Als die Roten ihren Gegnern mit hängenden Köpfen gratulierten, gab es Beifall von den Rängen der mit 130 Zuschauern bestückten Kahlenberghalle.

TuS Ringsheim: Walter, Blust; Kölblin 2, Reiner 5, Fedorov 1, Jägle 2, Schlötzer 9/4, Mutschler 4, Lindemann, Ohnemus, Heim 2, D. Kaufmann, Mix. Spiel-Film: 4:2 (9.), 5:7 (13.), 10:11 (24.), 10:15 – 21:19 (45.), 24:20 (50.), 25:26.