Zu viele Baustellen für Freiburg

Nils Müller

Von Nils Müller

Di, 14. Mai 2019

Südbadenliga

Die Handball-Union büßt mit einer klaren Hinspielniederlage gegen den ASV Ottenhöfen fast schon alle Aufstiegschancen ein.

HANDBALL. Erste Relegationsrunde zum Aufstieg in die Südbadenliga: HU Freiburg – ASV Ottenhöfen 22:28 (7:13). Durch einen nervösen Auftritt hat die Handball-Union das Hinspiel gegen den ASV Ottenhöfen verloren. Für das Erreichen der zweiten Runde bleiben dem Vizemeister der Landesliga Süd nur noch Außenseiterchancen.

"Vielleicht sollte es diesmal einfach nicht sein", kommentierte HU-Trainer Jonas Eble die Partie gegen den Vizemeister der Landesliga Nord. Von der Verlegung des eigenen Heimspiels in die Gerhard-Graf-Halle über die dünne Personaldecke (Moritz Schmidberger und Razvan Moldovan fehlten) bis hin zur Nervosität, die das junge Freiburger Team über die gesamte Partie nicht abzulegen vermochte: Zu viele kleine Baustellen habe es bei der HU vor wie während des Spiels gegeben, sagte Eble. Dass die Schiedsrichterleistung aus Sicht des Freiburger Trainers zudem "sehr unglücklich" gewesen sei, kam als weiterer Faktor hinzu, "der es uns sehr schwer gemacht hat".

Nachdem Freiburg in der Anfangsphase zweimal in Führung gegangen war, drehte Ottenhöfen das Spiel und lag fortan in Front. Bis zum 4:6 (12.) war die Eble-Sieben dran, dann zog der ASV auf vier Tore davon. Das Erfolgsrezept der HU, aus einer offensiven Deckung ins Tempospiel zu kommen, sollte diesmal nicht aufgehen. Immer wieder wurden die Gastgeber ins Positionsspiel gezwungen. Dabei schaffte es die Handball-Union zu selten, die agile 6:0-Deckung des ASV, der von zahlreichen mitgereisten Fans lautstark angefeuert wurde, zu überwinden. Auch Ebles früher Versuch, sein Team bei einer Auszeit wieder in die Spur zu bringen, blieb wirkungslos, sodass sich Ottenhöfen bis zur Halbzeit auf sechs Tore absetzen konnte. "Wir sind vom Matchplan abgekommen. Je mehr wir gemerkt haben, dass es nicht klappt, umso mehr haben wir falsch gemacht", ärgerte sich der Freiburger Übungsleiter.

Kurz nach dem Seitenwechsel erhöhten die Achertäler mit einer 3:0-Serie auf neun Tore. Freiburg tat sich weiterhin schwer, sodass sich der Abstand fortan zwischen sieben und neun Toren einpendelte. Erst als der ohnehin dünn besetzte HU-Kader durch die Rote Karte für Felix Bühler (42.) dezimiert wurde und die Partie beim Stand von 12:22 (46.) entschieden schien, ging nochmal ein kleiner Ruck durch die Heim-Mannschaft. "Ab da wurde es besser, wir hatten ja nichts mehr zu verlieren", fand Eble, dessen Team auf sechs Tore verkürzen konnte.

Um den Rückstand in fremder Halle, in der zu allem Überfluss auch noch Haftmittelverbot herrscht, wettzumachen, braucht die HU-Truppe einen perfekten Tag. "Wenn der FC Liverpool im Fußball vier Tore aufholen kann, müsste es uns im Handball eigentlich möglich sein, sechs Treffer aufzuholen", spekulierte Eble, wohl wissend, dass seine Truppe als klarer Außenseiter zum Rückspiel nach Ottenhöfen fahren wird. "Eigentlich ist nicht mehr viel möglich. Gut ist, dass der Gegner denkt, dass er durch sei und wir befreit auflaufen können", so der HU-Trainer. "Es werden nochmal 60 Minuten gespielt, und danach wird abgerechnet."

Tore HU: Matosic 6, Bartsch 4, Vogt 4/3, Winkler 3, Bühler 2, Luhr 1, Böhringer 1, Schneider 1.