In der deutschen Nachwuchsspitze angekommen

Lukas Karrer

Von Lukas Karrer

Di, 22. Oktober 2019

Tischtennis

Melanie Merk, Tischtennisspielerin des ESV Weil, wird Fünfte der U 15 bei Top-48-Turnier / Materialwechsel zeigt erhoffte Wirkung.

RIEDSTADT. Melanie Merk vom ESV Weil hat beim deutschen Top-48-Turnier der U-15-Mädchen im hessischen Riedstadt den fünften Platz erreicht. Damit bestätigte die 12-Jährige ihre seit Wochen starke Form, mit der sie auch beim Aufsteiger ESV Weil II in der Tischtennis-Badenliga für Erfolge sorgt. In der Zweitliga-Reserve ist für Merk bisher lediglich eine Niederlage bei zehn Einzelsiegen vermerkt. Ihr Abschneiden in Riedstadt sorgte bei Serge Spieß für Zufriedenheit: "Frauenpower in Weil", sagt der sportliche Leiter des ESV hocherfreut, "unsere Spielerinnen sind aktuell sowohl im Team als auch bei Einzelturnieren sehr erfolgreich".

Bis Merk sich beim Top-48-Turnier über Rang fünf freuen durfte, hatte sie ein Mammutprogramm zu absolvieren. In acht Sechsergruppen wurde das Teilnehmerfeld am ersten Turniertag aufgeteilt. Nur die jeweils beiden Top-Platzierten jeder Gruppe hatten in den folgenden Runden noch die Chance auf den Turniersieg. Merk gab in fünf Spielen lediglich drei Sätze ab und erspielte sich das Ticket für die Zwischenrunde der besten 16 am zweiten Turniertag. "Das Ziel war nun der Einzug ins Halbfinale. Dieses Ziel hatte sich Melanie selbst gesetzt", berichtet ihr Vater Udo Merk. Um den Gruppensieg und somit den Sprung unter die besten Vier zu schaffen, hätte sie Sarah Rau (SC Nieseltal) besiegen müssen. Rau, die am Ende den vierten Platz belegte, bezwang das ESV-Talent jedoch mit 3:0. So schloss Merk den Wettbewerb auf Rang fünf ab, was für Merk angesichts des starken Teilnehmerfeldes als Erfolg zu werten ist. "Melanie wollte sich für das deutsche Top-24-Turnier qualifizieren. Das ist ihr eindrucksvoll gelungen", lobte Udo Merk seine Tochter, die im kommenden Jahr noch einmal in derselben Altersklasse aufschlagen darf.

"Umstellung schneller geklappt, als gedacht"

Merks Jahrgang 2006 gehört mit Jele Stortz (DJK Offenburg) jedoch auch die Siegerin des deutschen Ranglistenturniers an. In jenem Jahrgang zählt Merk zu den Jüngsten. Deshalb musste sich Udo Merk schon den einen oder anderen Vorwurf seiner Tochter anhören, wie er schmunzelnd anmerkt: "Melanie hadert oft ein wenig damit, dass sie im Dezember geboren ist. Sie sagt: Papa, wieso kann ich nicht im Januar Geburtstag haben."

Auf dem Weg in die deutsche Spitze ihrer Altersklasse hat Melanie Merk im Frühjahr einen mutigen Belagwechsel vollzogen. Nach einem Jahr mit kurzen Angriffsnoppen in der Vorhand wechselte die Rechtshänderin wieder auf "glatte Beläge". Eine solche Umstellung bringt gerade zu Beginn eine hohe Schnittanfälligkeit mit sich, da die gewohnten Bewegungsabläufe geändert werden müssen.

"Die ersten Wochen ist es Melanie schwergefallen. Insgesamt hat die Umstellung allerdings schneller geklappt, als von uns gedacht", sagt Udo Merk. Denn nach den einkalkulierten anfänglichen Problemen scheint der Plan des Materialwechsels aufzugehen. "Melanie hat mit ihrer Spielweise Erfolg, und der sportliche Erfolg gibt Selbstvertrauen. Das spürt man bei ihr", sagt Serge Spieß. Den Abstand in Richtung Zweitligakader sieht der ESV-Sportchef zwar nach wie vor als erheblich an, erkennt jedoch bei Merk "eine rasante Entwicklung, die sie sicher eines Tages zu einer Stammspielerin der ersten Mannschaft führen kann".

Ein Faktor auf dem Weg nach oben können die Trainingsbedingungen in Weil sein. Merk trainiert aktuell noch zumeist im Großraum Singen, wo sie auch zur Schule geht. Regelmäßige Einheiten mit den Zweitliga-Spielerinnen Ievgeniia Vasylieva und Co. unter der Regie von Trainer Alen Kovac stehen in Zukunft häufiger an und könnten den nächsten Entwicklungsschritt der talentierten und ehrgeizigen Spielerin fördern.