Rees makellos, Asal stark

Jürgen Ruoff

Von Jürgen Ruoff

Mo, 13. Januar 2020

Biathlon

Die beiden Biathleten aus dem Schwarzwald demonstrieren bei internationalen Rennen ihre Klasse.

TITISEE-NEUSTADT. Abseits des vielbeachteten Weltcups haben zwei Biathleten aus dem Schwarzwald am Wochenende Erstaunliches vollbracht: Roman Rees vom SV Schauinsland hat beim international zweitklassigen IBU-Cup in Brezno-Orsblie (Slovakei) mit den Rängen zwei und drei seine derzeit formidable Form demonstriert. Und Nachwuchsbiathlet Elias Asal vom SC Todtnau ist bei den olympischen Winterspielen der Jugend in Lausanne (Schweiz) im Einzelrennen als Vierter nur um 1,5 Sekunden an der Bronzemedaille vorbeigelaufen.

Von einer hundertprozentigen Trefferquote träumt jeder Biathlet. Ein Leben lang. Jeder Schuss ein Treffer ist jedoch äußerst schwierig zu realisieren, weil es tausend Gründe für das Vorbeiballern gibt. Roman Rees lebt derzeit den Traum des Makellosen, bei seinen drei jüngsten Rennen im international zweitklassigen IBU-Cup hat er alle 50 Schuss ins Ziel gebracht. Im Massenstartrennen von Ridnaun (Italien), das er auf Rang zwei beendete, kam er bei 20 Versuchen am Schießstand ohne Fehlschuss durch. In Obertilliach (Österreich) konnte der 26-Jährige krankheitsbedingt nicht starten. Am Wochenende in Brezno-Orsblie beendete er das Einzelrennen nach 20 makellosen Schüssen ebenfalls auf dem zweiten Platz. "Das war ein richtig gutes Rennen. Wenn man alle 20 Schuss trifft, ist das natürlich mehr als die halbe Miete", sagte Rees, "ich bin gespannt, wie es weitergeht?" Die Antwort darauf gab er selbst: Im Sprint von Brezno-Osrblie machte er genau dort weiter, wo er im Einzelrennen aufgehört hatte. Er räumte alle zehn Scheiben ab und als Dritter lag er nur 5,8 Sekunden hinter dem Sieger und 1,6 Sekunden hinter dem Zweitplatzierten zurück. In der IBU-Gesamtwertung hat sich Rees auf den achten Platz verbessert, obwohl er zwei Rennen weniger in der Wertung hat, als einige der vor ihm Platzierten. Die Beispiele vergangener Jahre zeigen, dass unter die besten 30 im Weltcup laufen kann, wer es im IBU-Cup in die Top Ten schafft. Rees zeigt derzeit jene Stabilität beim Schießen, über die nicht alle deutschen Weltcupstarter verfügen. Die entscheidende Frage ist: Kriegt Rees aufgrund seiner guten Leistungen im IBU-Cup noch eine Chance im Weltcup vor der Weltmeisterschaft Mitte Februar in Antholz (Südtirol)? Nur noch die Weltcups in Ruhpolding und Pokaljuka (Slowenien) kommen dafür in Frage.

Er sei etwas aufgeregt gewesen, erzählt Elias Asal, aber wer wäre das nicht gewesen vor dem ersten großen internationalen Rennen der Karriere bei den "Youth Olympic Games", kurz YOG genannt. Das 17-Jährige zeigte einen beherzten Einzelwettkampf, skatete schnell und verfehlte beim Schießen nur zwei der 20 Scheiben: "Der erste und letzte Schuss sind daneben gegangen. Damit bin ich sehr zufrieden, das ist ein sehr gutes Ergebnis." Es ist sogar ein fantastisches Ergebnis für einen, der hin und wieder am Schießstand um Stabilität ringt.

Die frühe Startnummer erwies sich als Nachteil

Asal ließ sich in die erste Startgruppe einteilen, "weil nicht sicher war, ob die Strecke hält", was er im Nachhinein als Nachteil bezeichnet. Denn der drittplatzierte Franzose lief hinter ihm und konnte sich an der Zeit des Schwarzwälders orientieren. "Wäre ich hinter ihm gelaufen, hätte ich vielleicht die 1,5 Sekunden auf der Schlussrunde gutmachen können." Der vierte Platz ist dennoch ein großer Erfolg für Asal im Wettstreit mit den Weltbesten seiner Altersklasse, er war mit Abstand der beste der vier deutschen Starter im ersten YOG-Biathlonwettkampf im Nordic Center von Les Tuffes.

Gestern startete der in Wieden aufgewachsene Nachwuchsbiathlet an der Seite von Johanna Puff (SC Bayrischzell) in der Single-Mixed-Staffel. "Es war das erste Mal, das ich so ein Single-Mixed-Rennen bestritten habe. Eine Stunde vor dem Start haben wir erfahren, was wir da machen müssen". Während seine Partnerin mit acht Nachladern durch die vier Fünferserien am Schießstand kam, erwischte es Elias Asal beim ersten Liegend- und zweiten Stehendschießen: Er ließ jeweils eine Scheibe stehen und musste in die Strafrunde. Das deutsche Duo belegte im Feld der 28 Staffeln den neunten Platz. Im Erfahrungsschatz ablegen, am Dienstag geht es für Asal im Sprint weiter.