Trainingslager

SC Freiburg unterliegt in zwei Testspielen gegen Borussia Mönchengladbach

René Kübler

Von René Kübler

Fr, 10. Januar 2020 um 18:02 Uhr

SC Freiburg

Mit 1:2 haben Freiburgs Bundesliga-Fußballer gegen den Vize-Herbstmeister im Trainingslager in Spanien verloren - gleich zweimal. Trainer Streich hat eine Erklärung für die Niederlagen.

"Wenn ich mir einen Gegner für ein Testspiel im Trainingslager wünschen dürfte, wäre es nicht Mönchengladbach", verriet Nils Petersen im Anschluss an Partie Nummer eins. "Das ist schon eine wahnsinnige Qualität, die da auf einen einprasselt", schilderte er seine Eindrücke aus Aktivensicht. Aber auch von draußen war die Dominanz des Gegners deutlich zu erkennen.

Besonders über weite Strecken der ersten Halbzeit mussten sich die Freiburger damit begnügen, den vehement pressenden und ballsicheren Gladbachern hinterherlaufen. Anders ausgedrückt: Sie versuchten nicht selten vergeblich, an den Ball zu kommen – und verloren ihn, wenn sie ihn mal hatten, viel zu schnell. "Wir müssen als ganze Mannschaft bessere Lösungen finden, wenn uns die Gegner gut anlaufen", formulierte Dominique Heintz einen aus dem Erlebten resultierenden Arbeitsaufträge für die Rückrunde.

"Da sieht man, wie schnell es gehen kann." Nils Petersen
Trotz der Überlegenheit der Borussen – das war das Überraschende – stand es nach Chancen zur Pause 2:2. Patrick Herrmann (9.) und Stefan Lainer (28.) hätten für Gladbach treffen können, Manuel Gulde per Kopf nach einer Grifo-Ecke (17.) und Lucas Höler (39.) für den Sportclub. "Da sieht man, wie schnell es gehen kann", sagte Petersen, der in Halbzeit zwei nach einem Eckball das 1:2 erzielte, nachdem Alassane Plea für den Gegner doppelt vorgelegt hatte (50./65.).
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Dass Matthias Ginter, Ex-Freiburger und gerade zum Nationalspieler des Jahres gewählt, später von einem anstrengenden Spiel sprach, dürfte auch damit zu tun gehabt haben, dass der SC trotz erkennbar müder Beine zumindest nie nachließ – und sich im Verlauf des Spiels für eine pragmatische Variante entschied. "Deswegen sind wir dann tiefer gestanden und haben wenig zugelassen", beschrieb Lucas Höler das Vorgehen. Wobei der eingewechselte Changhoon Kwon offensiv für Belebung sorgte.

"Die Gladbacher waren in beiden Spielen besser als wir, weil sie enorm ballsicher und individuell stark sind." Christian Streich
Auch im zweiten Spiel hatten die Freiburger einen schweren Stand. Zwar wirkten Nicolas Höfler (weil zum Rückrundenauftakt in Mainz gelbgesperrt) sowie Philipp Lienhart und Nationalspieler Luca Waldschmidt bei ihren Comebacks nach Verletzung auf SC-Seite mit, auch erfahrene Kräfte wie Mike Frantz, Amir Abrashi und Jerome Gondorf waren dabei.

Die Gladbacher konnten aber ein hochwertiges B-Ensemble aufbieten – mit Namen wie Embolo, Neuhaus, Bensebaini, Hofmann, Strobl, Jantschke, Johnson und Traoré. Dennoch erarbeiteten sich die Freiburger im Verlauf der Begegnung Ausgeglichenheit – und in der 60. Minute den 1:0-Führungstreffer durch den gerade eingewechselten Florian Kath. Der frühere Basler Breel Embolo und Keanen Bennets trafen jedoch noch zum 1:1 und zum 2:1 (69./88.) für den Tabellenzweiten der Bundesliga.

"Die Gladbacher waren in beiden Spielen besser als wir, weil sie enorm ballsicher und individuell stark sind", bilanzierte SC-Trainer Christian Streich. Trotzdem sei er zufrieden – gerade im Hinblick auf den nahenden Rückrundenstart am Samstag, 18. Januar, in Mainz: "Es war gut, dass wir diese zwei Spiele hatten."
Freiburg A spielte mit: Schwolow, Schmid, Gulde, Heintz, Itter, Koch, Haberer, Sallai (46. Kwon), Grifo, Höler, Petersen. Tore: 0:1, 0:2 Plea (49./65.), 1:2 Petersen (72.).

Freiburg B spielte mit: Flekken, Tempelmann, Lienhart, Keitel (60. Rüdlin), Schlotterbeck, Höfler, Abrashi, Frantz (81. Boukhalfa), Gondorf (58. Kath), Waldschmidt, Borrello (81. Pieringer). Tore: 1:0 Kath (60.), 1:1 Embolo (69.), 1:2 Bennets (88.).