Frauenfußball

Die B-Juniorinnen des SC Freiburg spielen um deutsche Meisterschaft

Eyüp Ertan

Von Eyüp Ertan

Fr, 07. Juni 2019 um 00:00 Uhr

SC Freiburg

Das Double, bestehend aus der süddeutschen Meisterschaft und dem südbadischen Pokal, konnten die U-17-Juniorinnen des SC Freiburg bereits souverän verteidigen.

Nun wartet auf das Team des scheidenden Trainers Edgar Beck im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft Turbine Potsdam. Das Hinspiel findet am Samstag, 11 Uhr, im Schönbergstadion statt.

Edgar Beck, der eigentlich von allen nur "Ede" genannt wird, sitzt in einem Café in der Freiburger Innenstadt, es ist trainingsfrei. Die Sonne scheint und der Trainer der U-17-Juniorinnen des SC Freiburg grüßt bei einem Cappuccino zufällig vorbeilaufende Kollegen. Erst vor kurzem konnten die Freiburgerinnen einen Spieltag vor Saisonende die süddeutsche Meisterschaft klarmachen, die erfolgreiche Double-Verteidigung ist den Freiburgerinnen somit bereits gelungen. Nun wartet Turbine Potsdam im DM-Halbfinale auf die U 17 und ihren Trainer Beck. Es werden seine letzte Spiele als Trainer sein – anschließend wechselt er vereinsintern in die Nachwuchskoordination.

"Es ist der beste Abgang, den man sich wünschen kann", sagt Beck über das anstehende Halbfinale. Seit zwölf Jahren ist der 57-Jährige Trainer der B-Juniorinnen. "Die Rückrunde verlief sensationell, wir hatten nicht gedacht, dass wir eine so gute Mannschaft haben", sagt er. Keine Niederlage leisteten sich seine Spielerinnen in der Halbserie nach dem Jahreswechsel, vielmehr konnten alle Spiele gewonnen werden – eine beachtliche Leistung. Der gebürtige Hannoveraner, der im Schwarzwald aufgewachsen ist, sieht den großen Pluspunkt des Teams weniger in der Tatsache, alle Spiele gewonnen zu haben. Vielmehr habe das Team auch in schwierigen Phasen zusammengehalten, auch von Seiten der Eltern habe es ausnahmslos Rückendeckung gegeben.

"Wenn man Erfolg hat, kann man immer vom Teamgeist oder ähnlichem reden", sagt Beck mit einem Lachen auf die Frage, was das diesjährige Team auszeichnen würde und fügt hinzu: "Was wir dieses Jahr gut hinbekommen haben, das war, in schlechten Phasen keine Gegentore bekommen zu haben." Honoriert werden müsse zudem, dass jede Spielerin vorbehaltlos für die Abwehr gerackert habe. Dabei sind auch Spielerinnen wie Victoria Ezebinyuo vorangegangen. Die Kapitänin der Freiburgerinnen konnte mit der U-17-Nationalmannschaft die Europameisterschaft gewinnen. Die Nachwuchsbereich sei nicht so hierarchisch geprägt wie beispielsweise bei erwachsenen Spielerinnen. Doch Beck sagt über Ezebinyuo, die in der kommenden Saison zu den Profis hochgezogen wird: "Wir haben bei uns auch U15-Spielerinnen drin, da braucht man jemanden, die nicht nur fußballerisch, sondern auch im menschlichen Bereich etwas weiter ist als die anderen."

Spielerinnen im Verein auszubilden, die dann erfolgreich in der Frauen-Bundesliga spielen können – diese Philosophie setzt der SC Freiburg seit Jahren erfolgreich um. "Die Rolle der U 17 für den SC Freiburg ist in meinen Augen eine überragende, denn bislang haben alle Spielerinnen, die aus der Region Freiburg oder dem Internat kamen, den Schritt aus der U 17 in die erste Mannschaft gemacht", sagt Ede Beck. Er sieht dennoch Verbesserungsbedarf: "Was wir verbessern müssen, ist, dass auch Spielerinnen, die ein oder zwei Jahre länger brauchen, über die zweite Mannschaft in die Erste zu führen. Das war bislang nicht der Fall." Dieses Problem will er in der Rolle des Koordinators und Nachwuchsleiters Sport in Zukunft angehen.

Pro Jahrgang stellt das Freiburger Internat nur zwei bis drei Plätze zur Verfügung, die Auswahl muss also präzise sein. "Wir können nicht mit Masse arbeiten", sagt Beck diesbezüglich und fügt hinzu: "Mein Credo ist: Von drei Spielerinnen sollten zwei in der ersten Liga landen."

Aus dem jetzigen Kader der deutschen Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft in Frankreich hatte Beck mit sechs Spielerinnen zu tun. Entweder scoutete er sie oder betreute sie als Trainer – ein unglaubliches Statement für den Verein.

Neben der fußballerischen wird beim Sportclub auch die schulische Ausbildung groß geschrieben, denn: "Die Wenigsten verdienen im Frauenfußball so viel, dass sie danach nicht mehr arbeiten muss", sagt Beck. Deshalb würde er den Spielerinnen raten: "Je länger du in der Schule oder im Studium bist, desto länger hast du Zeit für Fußball." An die Schule müssen die Spielerinnen am Samstag jedoch nicht denken. Dann wartet nämlich das Halbfinale gegen Turbine Potsdam auf sie.