Dokumentation

Attacken auf Paoli – aber auch Ehrenerklärungen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 27. April 2015 um 17:04 Uhr

Sportpolitik

Schlammschlacht in der Freiburger Doping-Kommission? Das war gestern. Aber es geht offenbar immer noch schlimmer. Nach dem Rücktritt eines weiteren Kommissionsmitgliedes beharken sich beide Seiten öffentlich. Die BZ dokumentiert.

Professor Heinz Schöch, emeritierter Professor für Strafrecht, Kriminologie, Jugendrecht und Strafvollzug an der Universität München, teilte am Montag seinen Rücktritt aus der Kommission mit. Er begründet den Schritt wie folgt:

"Verschleppung der Doping-Aufklärung durch die Vorsitzende der Evaluierungskommission Freiburger Sportmedizin

Es war in den letzten Monaten für die Öffentlichkeit kaum mehr zu übersehen, dass die Evaluierungskommission Freiburger Sportmedizin unter dem Vorsitz von Frau Prof. Dr. Letizia Paoli wegen deren eigenmächtiger Pressearbeit und interner Differenzen kaum mehr arbeitsfähig ist. Diese Konflikte erscheinen mir nunmehr unüberbrückbar, weshalb ich die Konsequenzen aus der festgefahrenen Lage gezogen und den Rektor der Universität Freiburg von meinem Rücktritt als Mitglied der Kommission unterrichtet habe.
Diesen Schritt hatte ich bereits bei dem Schlichtungsgespräch zwischen Ministerium, Rektor und Kommission am 24. Februar 2015 in Stuttgart als logische Konsequenz für den Fall in Aussicht ge-stellt, dass die Kommission bei ihrer Sitzung im April 2015 den vereinbarten Fahrplan zur konstruktiven Fortsetzung ihrer Arbeit nicht umsetzen würde. Angesichts der öffentlich bisweilen verzerrten Darstellung der Arbeit der Evaluierungskommission halte ich es für notwendig, meine Entscheidung in Form einer Pressemitteilung zu begründen.
War die kommissionsinterne Situation bereits beim Stuttgarter Schlichtungsgespräch unter der kompetenten Moderation von Frau Ministerin Bauer wie in den gesamten sechs Monaten zuvor sehr kritisch, so ist die Lage in den Wochen danach noch einmal auf eine Weise eskaliert, die nicht mehr hinnehmbar ist. Nach der Veröffentlichung eines Abstracts zu einem Sondergutachten zu "Systematischen Manipulationen im Radsport und Fußball" am 2. März 2015 konzentrierte sich die Vorsitzende Frau Prof. Paoli - statt die Arbeiten der Kommission weiter voranzutreiben - nunmehr darauf, Herrn Dr. Singler in der Öffentlichkeit und in der Kommission durch E-Mail-Dossiers zu diskreditieren. Dabei war der Gang an die Öffentlichkeit durch Dr. Singler zwar, wie er selbst sagte, problematisch, für mich aber durchaus nachvollziehbar. Er hat seine Gewissensentscheidung überzeugend damit begründet, dass die Kommission von niemandem mehr ernst genommen würde, wenn Journalisten, die ebenfalls Zugang zu den Akten bekommen, Ergebnisse von solcher Tragweite zuerst veröffentlicht hätten. Tatsächlich hatte zu diesem Zeitpunkt bereits ein Journalist des SWR aufgrund der Pressemitteilungen der Kommissionsvorsitzenden Patrizia Paoli über die "brisanten Unterlagen" von "dopinghistorisch einzigartiger Bedeutung" die ...

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