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Doping-Affäre: Wie steht’s um den Aufklärungswillen der Uni Freiburg?

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 15. April 2015 um 07:19 Uhr

Sportpolitik

Die Schelte der Medien: Wie bewerten deutsche Journalisten den Aufklärungswillen der Universität Freiburg in Sachen Doping Affäre? Das Urteil ist verheerend.

Vertuscht
Der Aufklärungswille der Universität? Das ist eine Scherzfrage. Aus Sicht des langjährigen Beobachters lässt sich hier nur der Wille zur Vertuschung erkennen. Jedem, der sich für die Essenz dieser Polit-Posse interessiert, sei die Lektüre der zwei Beschwerde-Berichte der Paoli-Kommission angeraten. Sie offenbaren eine surreale Blockadepolitik, diese auch öffentlich erhobenen Vorwürfe sind nie glaubwürdig in Zweifel gezogen worden.

Dass sie im Kern zutreffen, belegt der dokumentierte Mailverkehr. All das ist eine Affäre für sich. Mein persönlicher Lieblingssketch ist der mit den verschwundenen Keul-Akten: Liebe Kommission, nun untersucht mal schön die Umtriebe des Professors – aber ohne dessen Geschäftskorrespondenz, denn die wurde an einen stillen Ort verräumt.

Freiburg war nach Aktenlage DAS westdeutsche Dopingzentrum. Daraus ergibt sich ja gerade die Absurdität, die rund um die Daueraffäre zu bestaunen ist: Man muss so tun als ob, zugleich will man aber nicht alles auf den Tisch packen. Es berührt politische Spitzenkreise, das Selbstverständnis einer Region, offenbar wurden auch Justizkreise infiziert. Sieht man, dass die Paoli-Kommission seit April 2012 die Klümper-Akten anforderte, die von Behördenseite stets für verschollen erklärt wurden, um dann zweieinhalb Jahre später zufällig in einer mysteriösen Außenstelle aufzutauchen, fragt man sich, wer diesen Plot geschrieben hat: Letizia Paoli? Oder eher Don Corleone?
Thomas Kistner (Sportredakteur, Süddeutsche Zeitung)
Entlarvend ...

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