Freiburger Uniklinik

Leistungssport ja, Doping nein – die Pläne der Freiburger Sportmedizin

Andreas Strepenick

Von Andreas Strepenick

Do, 26. Januar 2012 um 10:30 Uhr

Sportpolitik

Die Freiburger Uniklinik will ihre Sportmedizin neu ausrichten. Ein internes Gutachten weist einen Weg. Vom Leistungssport verabschieden darf sie sich aber nicht.

Im Oktober geht Hans-Hermann Dickhuth, der Chef der Sportmedizin an der Universitätsklinik, in den Ruhestand. Die Frage ist, wer ihm nachfolgt. Die Abteilung soll sich inhaltlich neu ausrichten und ihre Dopingvergangenheit abschütteln – auch vor dem Hintergrund, dass 2012 neue Enthüllungen zu erwarten sind. Gundolf Fleischer indes, der Präsident des Badischen Sportbunds, will auch künftig Leistungssportler in Freiburg betreut wissen. Wie Universität und Klinik handeln könnten – ein Bericht.

Gundolf Fleischer kämpft. Der Präsident des Badischen Sportbunds (BSB) setzt sich mit allen Mitteln dafür ein, die Freiburger Sportmedizin zu erhalten. Sie genieße ebenso wie die anderen Zentren im Land "einen hervorragenden nationalen und zum Teil sogar internationalen Ruf". Die Universitätskliniken in Baden-Württemberg dürften sich auf keinen Fall vom Leistungssport verabschieden, so Fleischer. "Wir brauchen die Sportmedizinischen Institute für den Nachwuchsleistungssport ebenso wie für die große Anzahl von Bundeskaderathleten."

Gewiss, räumt Fleischer im Verbandsblatt Sport in BW ein, habe es speziell in Freiburg auch eine "Dopingproblematik im Radsport" gegeben. Es handle sich aber ausschließlich um Vergehen einiger weniger Ärzte im Bereich des Profiradsports. Fleischer sieht in dem Dopingskandal um das Radsportteam Telekom/T-Mobile offenbar nur das Werk einiger weniger irregeleiteter, charakterschwacher Individuen. Einzeltäter. Deshalb gleich von einem "Dopingsumpf Freiburg zu reden, ist völlig daneben". Eine Kontinuität des Dopings seit den 1950er Jahren, eine sogar staatlich gebilligte und einst maßgeblich von konservativen politischen Kreisen erwünschte Erforschung und Überwachung des Sportbetrugs über Jahrzehnte hinweg kann Fleischer in Freiburg nach wie vor nicht erkennen.

Der 68 Jahre alte Ex-Staatssekretär der CDU erhebt in regelmäßigen Abständen seine Stimme für das sportmedizinische Konglomerat der Universitätsstadt, dessen Vergangenheit mittlerweile auf mehreren Ebenen untersucht wird: Wissenschaftlergruppen aus Berlin und Paderborn beschäftigen sich mit ...

BZ-Archivartikel

Einfach registrieren und Sie können pro Monat 10 Artikel kostenlos online lesen - inklusive BZ Plus und BZ-Archivartikel.

Gleich können Sie weiterlesen!

Exklusive Vorteile:

  • 10 Artikel pro Monat kostenlos
  • BZ Plus-Artikel lesen
  • Online-Zugriff auf BZ-Archivartikel
  • Qualitätsjournalismus aus Ihrer Heimat
  • An 18 Standorten in Südbaden – von 150 Redakteuren und 1500 freien Journalisten
  • Verwurzelt in der Region. Kritisch. Unabhängig.
  • Komfortable Anzeigenaufgabe und -verwaltung
  • Weitere Dienste wie z.B. Nutzung der Kommentarfunktion

* Pflichtfelder

Anmeldung

* Pflichtfelder

Meine BZ