Doping made in Freiburg

Sie nannten ihn Guru – Armin Klümper und der Leistungssport

Andreas Strepenick und Andreas Frey

Von Andreas Strepenick & Andreas Frey

Mi, 18. März 2015 um 08:34 Uhr

Sportpolitik

Armin Klümper war ein Weltstar im weißen Kittel. Jetzt gibt es eindeutige Belege, dass er systematisches Doping betrieb. Die Badische Zeitung zeichnet den Aufstieg und Fall eines Mediziners nach.

Der wirkliche Skandal im Fall Armin Klümper ist nicht, dass er zu systematischem Doping im deutschen Sport beigetragen hat. Der wirkliche Skandal ist, dass ihn über Jahrzehnte niemand gestoppt hat.

Die Hinweise auf die dubiosen Praktiken des Sportmediziners existieren schon seit Ende der siebziger Jahre, sie werden im Laufe der Zeit deutlicher, klarer. Wer heute in den Archiven und in Zeitungsartikeln von damals blättert, findet Dopingspuren, findet all die verbotenen Medikamente, die Klümper verschrieb, findet öffentliche Anklageschriften prominenter Sportler, findet sogar ein ganzes Anklagebuch, findet dieses und jenes. Aber so gut wie keine Wortmeldung eines ranghohen Politikers oder eines einflussreichen Sportfunktionärs, der das Treiben des Weltstars in Weiß einmal öffentlich hinterfragt hätte.

Wieso eigentlich nicht?
Und wenn heute so wenige überrascht sind von den Dopingpraktiken im Radsport, im Fußball, in der Leichtathletik, in all den Sportarten, in denen Doping etwas bringt – also in allen Sportarten –, wieso sieht man dann seit 2007, seit dem Ende des Dopingimperiums im Breisgau, von all den blitzgescheiten Mächtigen und Machtbewussten in Freiburg, in Stuttgart und in Berlin öffentlich nicht viel mehr als ahnungsloses Schulterzucken?

Weil natürlich jeder hätte wissen können, was in Freiburg vor sich ging.

So bleibt nur die Rückschau. Eine historische Aufarbeitung. Im Mittelpunkt steht bis heute der Name Armin Klümper. Sie nannten ihn Guru oder ...

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