St. Märgen will Beitrag zur Energiewende leisten

Thomas Biniossek

Von Thomas Biniossek

Sa, 16. Oktober 2021

St. Märgen

Firma greenventory aus Freiburg stellt ihr Projekt vor.

. "Wir sind auch als kleine Gemeinde gefordert, unseren Beitrag zur Energiewende zu leisten", sagte St. Märgens Bürgermeister Manfred Kreutz während der jüngsten Ratssitzung. Wie das zu schaffen ist, verdeutlichte Sven Killinger von der Firma greenventory aus Freiburg.

"Die Energiewende ist kein Selbstläufer", sagte der kaufmännische Geschäftsführer des High-Tech Startup, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, "die Energiewende schneller voran- und in die Städte und Gemeinden zu bringen". Ziel sei es, so Killinger weiter, Kunden die dafür notwendige Entscheidungsgrundlagen zu liefern, um eine vorausschauende Planung für Energiesysteme zu liefern.

Insbesondere gelte dies für die noch längst nicht ausgeschöpften Potentiale durch Photovoltaik (PV) bei Privaten und Gewerbetreibenden. "Trotz der sinkenden Entgelte durch Einspeisung selbst produzierten Stroms ins Netz und des Auslaufens von staatlicher Förderung bei der Anschaffung von Photovoltaikanlagen rechnet sich eine solche Anschaffung", sagte Sven Killinger. Denn die Strompreise stiegen jährlich und kontinuierlich, was man durch eine PV-Anlage deutlich senken könne. "Eine PV-Anlage amortisiert sich in zehn bis elf Jahren" . Bei einer Mindestlebensdauer solcher Anlagen von mehr als 20 Jahren "kann man als Hausbesitzer, der seinen Strom selbst nutzt, nicht nur etwas für die Umwelt und die Energiewende tun, sondern deutlich Stromkosten sparen."

Um mehr Bürger für Photovoltaik zu gewinnen, stellt das Freiburger Jungunternehmen alle Daten gebäudescharf zur Verfügung. Jeder Hausbesitzer kann so über eine Homepage oder die Internetseite der Gemeinde ermitteln, welche Potenziale seine Immobilie für eine PV-Anlage hat, welche Kosten entstehen, wer aus der heimischen Region solche Anlagen montiert und welche Leistung sie bringt mit welchen finanziellen Ergebnissen. Das Projekt soll zwei Jahre laufen.

"Uns als Gemeinde würde das rund einen Euro pro Einwohner kosten", sagte Bürgermeister Kreutz. "Das könnten wir in den nächsten Haushalt einstellen. Wir sollten das Projekt voranbringen." Dem stimmte der Gemeinderat einstimmig zu.