"Erhalt des Ortskerns ist wichtig"

Susanne Gilg

Von Susanne Gilg

Mi, 15. Mai 2019

St. Märgen

BZ-SERIE: In St. Märgen treten 14 Frauen und Männer auf einer gemeinsamen Liste bei den Kommunalwahlen an.

ST. MÄRGEN. Zum ersten Mal gibt es in St. Märgen eine gemeinsame Liste aller Kandidaten für die Gemeinderatswahl am 26. Mai. "Mit einer gemeinsamen Liste soll die Persönlichkeitswahl mehr im Vordergrund stehen", sagte Thomas Mark, der wieder kandidiert, am Montagabend bei der öffentlichen Vor

stellung der Liste, zu der viele St. Märgener ins Rathaus gekommen waren. Zentrale Themen der Kandidaten sind der Erhalt der Infrastruktur im Dorf, die Stärkung der Außenbereiche, Tourismus, Schule und Kindergarten.

Zehn Sitze gibt es im St. Märgener Gemeinderat, 14 Frauen und Männer stehen am 26. Mai zur Wahl. "Wir haben mehr Kandidaten als Plätze zur Verfügung stehen – man kann von einer Wahl sprechen", sagte Thomas Mark, bevor die Kandidaten sich und ihre Themen vorstellten.

Claus Simon (Gas- und Wasser-Installationsmeister) sitzt seit 15 Jahren im Gemeinderat – Handel, Handwerk und Gewerbe sind die Themen, denen er sich in den kommenden fünf Jahren widmen möchte.

Achim Löffler aus dem Ortsteil Glashütte hat schon fünf Jahre Erfahrung als Gemeinderat. Dem 28 Jahre alten Schornsteinfeger liegt vor allem der Ortsteil Glashütte am Herzen, auch das Vereinsleben ist ihm ein großes Anliegen.

Tobias Herrmann kommt vom Thurner und arbeitet als parlamentarischer Referent für die CDU-Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller in Waldshut-Tiengen. Im Gemeinderat will er sich dafür einsetzen, dass die Interessen der Außenbezirke stärker berücksichtigt werden. "Aber auch die Weiterentwicklung und der Erhalt des Ortskerns sind wichtig", sagte Tobias Herrmann. Durch seine Tätigkeit als parlamentarischer Referent habe er viel Kontakt zu Bürgermeistern und sehe, dass andere Gemeinden Entwicklungskonzepte für ihre Ortskerne haben: "Dabei sollte man auch die Bürger befragen." Thomas Simon (Steinmetz- und Bildhauermeister) will als Vater einer Tochter, die die Grundschule besucht, für den Erhalt der Schule eintreten und sich auch auf den Tourismus konzentrieren. Der Vorsitzende des Schwarzwaldvereins St. Märgen ist etwa der Meinung, dass es in St. Märgen kein Schwimmbad mehr gäbe, wenn es eine reine "Wohngemeinde" wäre. "Das, was jetzt schon da ist, sollten wir auf jeden Fall versuchen zu erhalten." Zum Beispiel seien Wohnmobilstellplätze mit "relativ kleinem Aufwand machbar".

Mit Unterbrechungen ist Thomas Mark (Kaufmännischer Angestellter) seit 1999 Gemeinderat. Er möchte "nachvollziehbare Entscheidungen treffen", sich für Tourismus und Landwirtschaft stark machen. Die Themen des Pädagogen Arno Messerschmidt (Projektleiter für die Naturparkschule) sind der Erhalt und die Stärkung von St. Märgen als Schulstandort und die Gemeindeentwicklung: "Wir müssen überprüfen, welche Auswirkungen die Entscheidungen haben, die wir heute treffen." Daher seien ihm offene Diskussionsbeiträge wichtig. Auch könne er sich künftig weitere Genossenschaftsprojekte wie beim Projekt Fernwärme vorstellen.

Klaus Faller sitzt seit fünf Jahren im Gemeinderat und hat das Gefühl, dass er "jetzt den richtigen Durchblick" hat und "mit dem Schaffen loslegen" kann. Wichtig sind dem Kfz-Meister vor allem Baugebiete und Wohnbereiche: "Die Jungen sollen bleiben können." Auch das Brauchtum liegt ihm am Herzen: "Ich möchte das Brauchtum bewahren und wenn möglich fördern."

Diana Löffler ist als Vorsitzende des Schulfördervereins wichtig, dass Schule und Kindergarten im Ort bleiben. Auch ältere Menschen möchte sie stärker in den Fokus nehmen: "Das Betreute Wohnen, wie es jetzt in Breitnau entsteht, wäre vielleicht auch etwas für St. Märgen."

Josef Saier war schon einmal fünf Jahre im Gemeinderat. Ihm ist es wichtig, sich im öffentlichen Leben zu engagieren: "St. Märgen soll noch lange für Einheimische und Gäste lebenswert sein – und dabei müssen alle mitgenommen werden", sagte Saier. Vor allem für das Thema Energie möchte sich Josef Saier stark machen. "Man muss rührig sein und in Vorleistung gehen, dann kommt der Kunde – das sehe ich auch bei meiner Selbstständigkeit."

Uwe Meigel (Technischer Beamter) ist in der Feuerwehr aktiv und möchte hier auch seinen Schwerpunkt legen. "Die Vereine sind eines der wichtigen Standbeine von St. Märgen."

Stefan Saier (Straßenwärter) ist seit fünf Jahren im Gemeinderat aktiv. Dem 39-Jährigen ist wichtig, wo St. Märgen in zehn bis 20 Jahren steht: "Ältere Menschen sollen in St. Märgen bleiben können und nicht nach Kirchzarten, Neustadt oder Breitnau müssen."

Christian Willmanns Hauptaugenmerk wird, wie der 43-Jährige sagt, auf St. Märgens Infrastruktur liegen: "Stillstand ist Rückschritt – mit dem Neubaugebiet gehen wir einen Schritt in die richtige Richtung, um die Einwohnerzahl stabil zu halten oder gar zu erhöhen." Beim Thema Verkehr müsse man der Stadt Freiburg "auf die Finger schauen", was die Auswirkungen auf St. Märgen betreffe.

Der Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizungs- und Klimatechnik, Marcel Simon, ist mit 21 Jahren der Jüngste unter den Bewerbern für den Gemeinderat: "Durch mein Alter habe ich gute Kontakte zu den Jugendlichen in St. Märgen – zum Beispiel bin ich gerade an der 72-Stunden-Aktion dran."

Bei der Vorstellungsrunde gefehlt hat Jasmien van Belle.

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