Stadt tritt Verein Chemie und Pharma am Hochrhein bei

Michael Gottstein

Von Michael Gottstein

Mi, 24. November 2021

Wehr

Ziel ist, die Unternehmen der Branche in der Region besser zu vernetzen / Für Wehr entstehen keine Kosten.

Die Stadt Wehr wird dem Verein "Chemie und Pharma am Hochrhein" beitreten. Dies hat der Gemeinderat bei Enthaltung von Vito Doria (Grüne) beschlossen. Der Verein wurde 2019 von den Pharma- und Chemieunternehmen in den Kreisen Lörrach und Waldshut, den beiden Landkreisen sowie einigen Standortkommunen gegründet.

Zweck ist die Vernetzung und Vermarktung der Chemie- und Pharmabranche in der Region Hochrhein, die Stärkung der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit, besonders der kleinen und mittleren Unternehmen, und die Weiterentwicklung der relevanten Infrastruktur. "Als Sitz der Novartis bietet sich für Wehr eine Mitgliedschaft an", erklärte Bürgermeister Michael Thater. Kosten entstehen keine, weil man entweder zahlendes oder kostenfreies Beiratsmitglied werden kann und der Rat für die zweite Option votierte.

Ausgelöst durch eine Veränderungssperre, die der Gemeinderat Grenzach-Wyhlen erlassen hatte, entstand im Jahre 2013 ein Runder Tisch, bei dem die chemische Industrie in Dialog mit Bürgern trat, um diesen die Ängste zu nehmen. 2015 wurde die Initiative "Chemie am Hochrhein, 2019 der Verein "Chemie und Pharma am Hochrhein" gegründet. Um die Region als attraktiven Standort für Unternehmen und Fachkräfte zu positionieren, sollen Jugendliche ausgebildet und an die Region gebunden werden. Es gibt Arbeitsgruppen für Standortmarketing, Synergie und Innovation, außerdem für die Anwerbung von Fachkräften. Aktuell werden ein Flyer entworfen und ein Imagefilm gedreht, und im kommenden September sollen die "Erlebnistage Chemie" stattfinden; Wehr wäre als Standort eine Science-Mobils geeignet. "Die Region profitiert von modernen Arbeitgebern, sicheren und gut bezahlten Arbeits- und Ausbildungsplätzen", erklärte Thomas Vogel, Wirtschaftsförderer des Landkreises, im Gemeinderat.

Die Region Südlicher Oberrhein-Hochrhein (SOHO) sei von kleineren und mittleren Unternehmen geprägt, die oft Rückstände bei Innovation aufwiesen, erklärte Vogel weiter. Um die regionale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, werden Fördergelder aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung bereitgestellt. In das Programm "RegioWIN – Zukunft. Schwarzwald" könnten bis zu 6,5 Millionen Euro investiert werden. Dabei gehe es unter anderem um Vernetzung und Erfahrungsaustausch, so Thomas Vogel, denn Universitäten und Fachhochschulen seien in der Region und in Frankreich sowie der Schweiz vorhanden. Ein weiteres Leuchtturmprojekt soll das Zentrum für Holzbau im Schwarzwald werden, das in Menzenschwand entstehen soll.