Stagnation, aber keine Entwarnung

Gerhard Walser

Von Gerhard Walser

Sa, 11. September 2021

Kreis Emmendingen

Im Lagebericht rechnet das Gesundheitsamt mit einem Anstieg der Coronazahlen nach Ferienende.

Nachdem sich die Corona-Fallzahlen im vorigen Berichtszeitraum fast verdoppelt hatten, spricht das Gesundheitsamt im aktuellen Lagebericht von einer Stagnation. Im Landkreis Emmendingen wurden dem Landesgesundheitsamt bis Donnerstag 103 Infektionen neu gemeldet – eine Woche zuvor waren es 107. Als enge Kontaktpersonen befinden sich 82 Menschen in Quarantäne Am Freitag lag die Inzidenz im Kreis bei 64,7, weitere 22 Fälle waren gemeldet worden.

Die Behörde spricht von einem "zunehmend diffusen Geschehen": Der Infektionsweg konnte nur noch in weniger als zwei Dritteln der gemeldeten Fälle nachvollzogen werden. Die Pandemie erreicht trotz stagnierender Fallzahlen nun auch wieder die sogenannten vulnerablen Gruppen – Ältere oder Menschen mit Vorerkrankungen. In einer medizinischen Einrichtung sowie in zwei Einrichtungen aus dem Bereich der Altenpflege wurden mehrere Fälle bekannt, die Absonderungen erforderlich machten. Nähere Angaben wollte die Pressestelle des Emmendinger Landratsamtes dazu nicht machen. Im Kreiskrankenhaus Emmendingen werden aktuell fünf Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung behandelt, zwei davon auf der Intensivstation. Ein weiterer Todesfall war in den vergangenen sieben Tagen nicht zu beklagen.

Vor dem Hintergrund der an diesem Wochenende zu Ende gehenden Schulferien in Baden-Württemberg rechnet das Gesundheitsamt nur mit einer vorübergehenden Verschnaufpause und einem fortgesetzten Anstieg der Fallzahlen in den nächsten Wochen. Von einer Entwarnung könne nicht gesprochen werden. Die strikte Einhaltung der bekannten Hygieneregeln und das Nutzen der leicht zugänglichen Impfangebote böten die einzigen Chancen, diese Entwicklung abzubremsen.

Der Landkreis steht weiter an der Spitze bei der Zahl der verabreichten Impfungen. Mit Stand vom 5. September haben 111 536 Kreisbewohner die Erstimpfung erhalten. Das sind 66,8 Prozent, der Landesdurchschnitt liegt bei 61 Prozent. 106 830 und damit 63,5 Prozent sind inzwischen vollständig immunisiert (Land: 58 Prozent). Damit hat der Kreis Emmendingen im Vergleich der Stadt- und Landkreise den dritthöchsten Wert erreicht.