Stark im Laufen und Schießen

Jürgen Ruoff

Von Jürgen Ruoff

Di, 03. März 2020

Biathlon

Nachwuchsbiathlet Diogo Martins überzeugt bei der deutschen Jugendmeisterschaft mit hervorragenden Komplexleistungen.

RUHPOLDING. Während sich die deutschen Starter bei der Europameisterschaft in Weißrussland auf braunem Schneemus herumquälten, fanden die Starter bei der deutschen Jugend- und Junioren-Biathlonmeisterschaft in Ruhpolding, gleichzeitig Deutschlandpokal-Finale, akzeptable Bedingungen vor: "Die Schneeverhältnisse waren echt gut, erst am Sonntag in den Staffelrennen wurde die Strecke tief", sagt Diogo Martins vom SC Hinterzarten, der mit drei Titeln erfolgreichster Teilnehmer der Meisterschaft war (wie berichteten). In Elias Asal vom SC Todtnau fehlte bei der Jugend 18/19 ein aussichtsreicher Medaillenkandidat aus dem Schwarzwald: "Ich habe mich an der linken Hand geschnitten und es hat sich entzündet, deshalb konnte ich nicht starten", sagt der 17-Jährige.

Die Nachwuchsbiathleten Diogo Martins und der Bad Säckinger Fabian Kaskel (SC Todtnau) beherrschen seit Jahren ihre Altersklasse. Das ist auch in diesem Winter wieder so gewesen. Kaskel, der in Ruhpolding deutscher Vizemeister im Massenstart wurde, hatte seinen ersten Saison-Höhepunkt bei der Junioren-Weltmeisterschaft in der Schweiz erlebt. Kaskel, Martins und Mathis Färber (SC Schönwald/4. im Sprint) setzten sich auch im DM-Staffelrennen der J 16/17 durch. "Wir wollten dieses Mal unbedingt gewinnen und die Thüringer hinter uns lassen, die uns schon zweimal den Titel geklaut haben", sagt Kaskel. Der Schüler des Kollegs St. Blasien haderte mit seinen vier Schießfehlern im Sprint und "im Massenstart habe ich nach fünf Fehlern beim Liegendschießen nicht mehr damit gerechnet, dass ich noch auf das Podium laufe". Durch zwei makellose Fünferserien beim Stehendschießen arbeitete er sich jedoch noch auf Rang zwei vor.

Martins zeigte bei der DM die beste Komplexleistung: "Im Laufen habe ich mich super gefühlt und auch das Schießen hat in Ruhpolding ganz gut geklappt." Im Sprint leistete er sich einen Schießfehler, im Massenstart verfehlte er vier der 20 Scheiben. Kaskel kam da nicht so gut weg. Martins hat auch die Deutschlandpokal-Wertung vor Kaskel gewonnen.

Emilie Behringer (SC Todtmoos) war ebenfalls eine heiße DM-Medaillenkandidatin des Skiverbands Schwarzwald (SVS), bei der Jugendweltmeisterschaft hatte sie Staffel-Bronze gewonnen. "Die Laufform hat im Sprint gepasst, ich war nur 0,9 Sekunden hinter der Laufbestzeit. Im Stehendschießen habe ich mich aber mit vier Fehlern aus den Medaillenrängen herausgeschossen", sagt die 18-Jährige, die Neunte wurde. Am Tag danach im Massenstart ging es bei ihr läuferisch nicht mehr ganz so gut "und auch am Schießstand wollte es nicht klappen", sagt die SKIF-Absolventin nach sechs Fehlern und Rang zwölf. Der Gesamtsieg in der Deutschlandpokal-Wertung der Altersklasse J 18/19 war ihr jedoch nicht mehr zu nehmen. Bei den männlichen Jugendlichen überzeugte Fabian Dietrich (SC Gütenbach) mit den Rängen vier (Massenstart) und fünf (Sprint).

Carina Gutmann nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte

Carina Gutmann vom SC Todtnau, die zweifache deutsche Jugendmeisterin des Vorjahres, wurde eine Woche vor den Titelkämpfen krank und blieb deshalb bei der DM deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurück. Den Sprint beendete sie nach zwei Schießfehlern auf dem siebten Platz, nach sechs Patzern im Massenstartrennen wurde sie Elfte. Ihre Todtnauer Vereinskameradin Sophia Weiß wurde im Sprint nach zwei Schießfehlern deutsche Vizemeisterin, beim Massenstart belegte sie nach fünf Strafrunden den siebten Platz.

In der Deutschlandpokal-Wertung kam Carina Gutmann auf den zweiten Platz, Sophia Weiß wurde Vierte. Weiß sicherte sich zudem mit der Staffel der Skiverbände Baden-Württemberg (SBW) die Bronzemedaille in der Klasse J 16/17.