Parkplätze beschäftigen weiter Staufener Handel

Victor Adolf

Von Victor Adolf

Do, 14. November 2019

Staufen

Vorsitzender des Gewerbevereins zieht positive Bilanz.

STAUFEN (advi). Wolfgang Dorsts Bilanz fällt positiv aus. Der Vorsitzende des Staufener Gewerbevereins zeigte sich bei der Mitgliederversammlung im Weingut Landmann am Dienstag rundum zufrieden mit den vergangenen Veranstaltungen. Diese sollen mit Ausnahme des Grabentags, der ohne weiter genannte Begründung 2020 aus dem Programm fällt, auch in Zukunft stattfinden. Darüber hinaus konnte Dorst, seit 2017 im Amt und bis nächstes Jahr gewählt, mit mehr als 90 Vereinsmitgliedern, die zusätzlich in der Werbegemeinschaft sind, eine neue Höchstzahl verkünden. Zeit sich auszuruhen gebe es jedoch keine, in der nächsten Woche würden die Weihnachtsbäume in der Innenstadt aufgestellt, die vom Gewerbeverein geschmückt und beleuchtet werden. Am 29. November soll die festlich hergerichtete Einkaufsstadt um 17 Uhr eröffnet werden, der Weihnachtsmarkt mit nahezu hundert Ständen findet am 7. Dezember von 9 bis 20 Uhr statt.

In finanzieller Sicht bilanzierte Dorst ein kleines Minus, was auf dringend notwendige Ausgaben zurückzuführen sei und sich im nächsten Jahr durch zahlreiche, bereits gewonnene Sponsoren in positivere Gefilde korrigieren soll.

Unverständnis äußerte Dorst über die aus seiner Sicht nicht stimmenden Relationen der zu leistenden Gema-Gebühren bei einigen Veranstaltungen. So seien bei Wein & Musik 1300 Euro, bei einer Veranstaltung wie der Lichternacht immer noch stattliche 800 Euro an Zahlungen zu leisten. Die Diskussionen mit der Gema erweisen sich aus Sicht des Gewerbevereins bislang als äußerst zäh.

Im Zuge der Versammlung klärte Carl Fürst, Geschäftsführer der Nachhilfeschule Rückenwind am Standort Staufen, die Gewerbetreibenden über die Möglichkeit eines Praktikums ihrer Auszubildenden im Ausland auf, die sich im Zuge des EU-Programmes "Erasmus+" realisieren ließen.

Einmal mehr wurde die Parksituation in der Innenstadt angesprochen. "Dieses Thema begleitet mich seit 18 Jahren und wird es vermutlich noch bis in mein Grab tun", sagte Bürgermeister Michael Benitz. "Wir können keinen Raum zaubern, den wir nicht haben, deshalb müssen wir entweder hoch oder tief bauen", erklärte er. Von der Möglichkeit einer Tiefgarage unter dem Bürgerhaus allerdings muss man sich womöglich verabschieden. Die auf der Nebenfläche bauende Firma Giesinger ist beim Aushub in einer Bodenschicht auf Grundwasser gestoßen, in der solches ursprünglich nicht vermutet worden war. Aufgrund dieser Erkenntnisse habe es laut Benitz in dem für die Tiefgarage angedachten Boden "todsicher Wasser". Eine etwaige Alternative dazu, zum Beispiel ein Parkhaus am Oberen Schießrheinplatz, sei prinzipiell möglich, wäre städtebaulich allerdings mehr als unglücklich, so Benitz.

Investitionen jedenfalls stehen in Staufen in den nächsten fünf Jahren in Höhe von rund 100 Millionen Euro an. Das Schladerer-Areal nimmt davon die Hälfte in Anspruch, die neben dem Edeka entstehende Blasmusikakademie steht mit 20 Millionen zu Buche. Der Anbau des Faust-Gymnasiums kostet 10,5 Millionen, den Großteil der restlichen Investitionen machen die drei Kreisverkehre sowie die Umgehungsstraße aus. "Wir sind erst zufrieden, wenn wir 100 Prozent Umgehung haben, und nicht nur 65", erklärte Benitz diesbezüglich.

Der Bau des Regenwasserentlastungskanals in der Altstadt, im Zuge dessen auch notwendige Arbeiten an der Infrastruktur erledigt werden, gestaltet sich indes schwieriger als gedacht. Aufgrund nicht vorliegender Pläne gäbe es bei Öffnungen des Bodens immer wieder Überraschungen. Zeitliche Verschiebungen soll das nicht nach sich ziehen. Am 31. Januar kommen 3500 Hästräger zum Narrentreffen nach Staufen. Spielt der Winter mit, sollen die größten Arbeiten bis dahin abgeschlossen sein. Benitz: "Wir wollen nicht, dass die Narren in einer großen Baustelle herumstolpern." Ob der letzte Pflasterstein dann drin ist, könne man aktuell nicht sagen.