SPD: Alle Fakten sprechen für die Festwiese

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Von BZ-Redaktion

Di, 24. September 2019

Stegen

Ortsverband Dreisamtal fordert von Verwaltung und Gemeinderat in Stegen ein Umdenken in der Baulandpolitik.

STEGEN (BZ/mad). Aus Sicht der SPD Dreisamtal spricht in Stegen vieles für ein neues Baugebiet im Bereich der sogenannten Festwiese. Wie die Sozialdemokraten gestern in einer Pressemitteilung hervorheben, seien die Voraussetzungen für die bauliche Weiterentwicklung im Gebiet Nadelhof nicht gegeben.

Im Zeichen des menschengemachten Klimawandels müssten Gemeinden bei der Bauleitplanung umdenken, fordert die SPD. Anzustreben seien ein möglichst geringer Flächenverbrauch durch kompaktere Grundrisse und höhere Gebäude, eine hohe Energieeffizienz und der Einsatz nachwachsender Rohstoffe wie Holz bei den Baumaterialien. Von besonderer Bedeutung seien Verkehrsaspekte, also die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, fußläufige Verbindungen zur Nahversorgung, Ärzten und Schulen sowie eine Verringerung des Individualverkehrs.

Bei einer Bebauung der Festwiese sieht der stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, Bernd Engesser, diese Punkte erfüllt und weist in diesem Zusammenhang auf das von der Gemeinde in Auftrag gegebene Gutachten. Keine dieser Forderungen erfülle dagegen das Baugebiet Nadelhof, so Engesser. Der Verkehr auf der Verbindungsstraße Oberbirken nach Unterbirken würde beispielsweise um 46 Prozent zunehmen. Eine verdichtete Bebauung sei dort nur schwer möglich, deshalb seien bisher fast nur Einfamilien- und Doppelhäuser mit zwei Stockwerken vorgesehen. Wegen der Wasserversorgung seien höhere Bauwerke nur mit hohem Kostenaufwand machbar.

Aus Sicht des SPD-Ortsvereins Dreisamtal zielten die Planungen im Gebiet Nadelhof auch am Bedarf vorbei: nach dem Gutachten der Gemeinde sind im Jahr 2017 67 Prozent der Haushalte Ein- und Zwei-Personen-Haushalte. Weitere 12 Prozent sind Drei-Personen-Haushalte. Für diese 79 Prozent der Haushalte seien gut geschnittene Geschosswohnungen deutlich besser geeignet als Einzel- oder Doppelhäuser, so die SPD weiter.

Viele Ein- und Zwei-Personen-Haushalte lebten derzeit in Gebäuden für Familien und würden besonders im Alter gerne in kleinere Wohnungen umziehen, wenn es diese in Stegen zentrumsnah gäbe. Damit würde Wohnraum für größere Familien mit vier und mehr Personen frei werden.

Bei einem neuen Baugebiet sollte deshalb Geschosswohnungsbau mit 2- bis 4-Zimmer-Wohnungen vorrangig vorgesehen werden. Eine solche Bebauung würde auch deutlich mehr kostengünstigen Wohnraum ermöglichen, für den es im Dreisamtal einen großen Bedarf gibt. Die SPD fordert deshalb von der Verwaltung und dem Gemeinderat ein an den Fakten orientiertes Umdenken. Alle Gutachten machten deutlich, dass sich die Festwiese für ein neues Baugebiet deutlich besser eigne als das Gebiet Nadelhof.