Glücksspiel

Das Land will Spielhallen schließen – aber wie nur?

Ralf Strittmatter, René Zipperlen (Der Sonntag)

Von Ralf Strittmatter, René Zipperlen (Der Sonntag)

So, 17. Juli 2016 um 14:53 Uhr

Südwest

Spielotheken boomen – besondern in Städten wie Weil, Lörrach und Kehl. Das Land will jetzt Spielhallen schließen. Doch wie das funktionieren soll, ist noch vollkommen unklar.

Lämpchen leuchten, alles blinkt, Walzen mit Kirschen, Glocken und Zahlen setzen sich in Bewegung und kommen mit lautem Klacken wieder zum Stehen. Bei gleichen Bildern in einer Reihe ertönt feierlich ein Fanfarensound. Hektische Technomusik signalisiert: gewonnen.

In Lörrach und Weil boomen die Spielhallen
Jeder kennt die klassischen Spielautomaten, die "Groschengräber", aus der Kneipe an der Ecke und natürlich aus den größeren und kleineren Spielhallen, die in vielen Innenstädten wie Pilze aus dem Boden schießen.

Schon lange ächzen Gemeinden wie Lörrach und Weil über eine "kritische Häufung". Waren 2009 in Lörrach noch 161 Geldspielgeräte installiert, sind es heute 288, 149 davon in den mittlerweile 15 Spielhallen. In Weil am Rhein sind es 14 mit 145 Geräten – insgesamt aber 289 Automaten im Stadtgebiet. Zwischen der Ortenau und Waldshut zählen die Industrie- und Handelskammern mehr als 250 Spielhallen. Tendenz steigend.

Nun hat ihnen das Land Baden-Württemberg den Kampf angesagt. Wie übrigens fast alle Bundesländer. Dabei sieht sich der Staat in einer väterlichen Rolle: Er will die Menschen vor ruinöser Spielsucht bewahren. Viele Spielhallen, viel Suchtpotenzial, so die Logik.

Ein Zwangsabstand für Spielhallen
Das Land will dem Spielhallenboom mit strengeren Vorgaben Einhalt gebieten – aber nicht nur das: Es will auch die Zahl der bestehenden Hallen reduzieren. Und das wird nun zum Problem, das seit einem halben Jahr Spielhallen wie Kommunen ins Schwitzen bringt. Denn die gesetzlichen Vorgaben sind zwar ...

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