Verbandsliga

SV Weil besteht Nervenprobe: 3:0 im Kellerduell gegen SV Endingen

Uwe Rogowski

Von Uwe Rogowski

So, 19. September 2021 um 18:36 Uhr

Verbandsliga Südbaden

Im siebten Anlauf hat der SV Weil seinen ersten Saisonsieg gefeiert. Gegen den SV Endingen dominiert der Verbandsligist von Beginn an, muss aber lange auf die Entscheidung warten.

Es war ein Nervenspiel, das die Gastgeber allem Anschein nach einfach wegspielen wollten. Gar nicht lang aufhalten mit dem schwer verdaulichen Tabellenbild und der Konstellation des aktuellen Spieltages, für den als Option nur ein Heimsieg und nichts anderes infrage kam, sofern man sich nicht noch mehr im Souterrain der Fußball-Verbandsligatabelle etablieren wollte.

Und so spielte der bis dahin sieglose SV Weil im Kräftemessen mit dem Schlusslicht SV Endingen von der ersten Minute an, als wollten sie, dass die Partie schon zur Halbzeit entschieden ist. Sie verteidigten hoch, sie bedrängten die Gäste in deren Hälfte und traten mit dem Vertrauen auf, das in den letzten Wochen nur in Ansätzen zu sehen gewesen war. Man habe das Spiel "egal wie" gewinnen wollen, bekannte Trainer Andreas Schepperle nach 90 leidenschaftlichen Minuten der Blau-Weißen, Endingen müsse man in dieser Situation zuhause "einfach schlagen", sagte er – ein Plan, der zwar erst spät wirklich sichergestellt wurde, deshalb aber nicht weniger verdient und eindeutig umgesetzt werden konnte.

Trotz hochklassiger Chancen muss Weil lange auf die Führung warten

Dass es bis zur zweiten Hälfte dauerte, dass die vital aufspielenden Gastgeber in Führung gingen und diese erst in der Schlussphase auf ein mindestens angemessenes 3:0 ausbauen konnten, lag an ein paar Unzulänglichkeiten im letzten Drittel des Spielfeldes und daran, dass sich der Endinger Tormann Leon Rump offenbar vorgenommen hatte, an diesem Tag was auch immer zuzulassen, nur kein Gegentor. Mit beherztem Eingreifen und guten Reaktionen hielt er auf dem Weiler Winterrasen fast eine Stunde lang die Null. Zweimal hatte er eine gute Vorahnung bei Ridje Sprichs Versuchen, der per Freistoß und Kopfball scheiterte. Zudem sorgte Endingens Marvin Baumer mit einer Rettungstat auf der Linie dafür, dass Justin Samardzic weiter auf sein erstes Saisontor warten muss.

Trotz allen Sturm und Drangs behielten die Weiler die taktische Ordnung und suchten geduldig nach dem freien Raum, der einen Lücke, die Platz für eine entscheidende Offensivaktion bieten könnte. Das war so eindeutig, wie es sich anhört, denn auch nach dem Wechsel waren die Endinger so sehr damit beschäftigt, die Weiler vom eigenen Tor fernzuhalten, dass sie kaum Mut für eigene Angriffe aufbrachten. Dass die Führung der Weiler, diesmal mit dem erfahreneren Michael Hänggi statt dem jungen Max Scheurer in der Abwehrkette, durch einen Standard erzwungen wurde, war kein Makel. Vor und nach Luis Pereiras Kopfballtreffer auf Freistoßvorlage von Hasan Ates (58.) hatten die Weiler mit flottem Flügelspiel mehrfach ein Tor auf Fuß, Kopf oder einem anderen Körperteil. Ridje Sprich zeigte sich zwischen der 78. und 82. Minute dann noch effizient, als er zwei Chancen zu zwei weiteren Toren nutzte.

Das Tabellenbild blieb mit dem ersten Ligasieg seit Oktober 2020 unverändert. Platz 15 ist mit dem Anspruch des SVW nicht vereinbar. Doch ist in Weil zumindest der Glauben zurück, dass dies irgendwann im Laufe der Saison nur eine Momentaufnahme gewesen sein könnte.
SVW: Keller; Hänggi (83. Böhler), Groß, Do Le (86. Komljenovic), Tschira; Samardzic (72. Ismajli), Ates, Maier, Pereira (87. Brenneisen); Stöhr, Sprich. Tore: 1:0 Pereira (58.), 2:0, 3:0 beide Sprich (78., 82.). Schiedsrichter: Hamidi (Rastatt). Zuschauer: 150.