Tagebucharchiv ist nun Kulturdenkmal

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 22. März 2019

Emmendingen

Emmendinger Einrichtung im Alten Rathaus wurde in das Denkmalbuch des Landes Baden-Württemberg eingetragen.

EMMENDINGEN (BZ). Das Deutsche Tagebucharchiv steht ab sofort unter Denkmalschutz. Gut zwei Jahrzehnte nach seiner Gründung ist das Deutsche Tagebucharchiv als "Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung" in das Denkmalbuch des Landes Baden-Württemberg eingetragen worden.

In der Begründung des Landesamts für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Freiburg heißt es: "Archive bilden das Gedächtnis der Gesellschaft. Öffentliche Archive können […] diesem Auftrag allerdings nur teilweise nachkommen. Die Erweiterung des "Gedächtnisses der Verwaltung" zu einem "Gedächtnis der Gesellschaft" geschieht durch Unterlagen z.B. von Vereinen, Verbänden und zivilgesellschaftlichen AkteurInnen […] Auch damit werden allerdings Dokumente alltäglicher Lebenswelten nicht erfasst, obgleich die Alltagsgeschichte seit Mitte der 1980er Jahre in Deutschland als Teilbereich der historischen Forschung anerkannt ist. Die Bestände des Deutschen Tagebucharchivs in Emmendingen dienen dazu, hier Lücken zu schließen".

Der Schutz der Sammlung des Tagebucharchivs wurde möglich durch ein Gutachten des Landesarchivs Baden-Württemberg, welches die Bedeutung der Sammlung aus "wissenschaftlichen und heimatgeschichtlichen Gründen" feststellte. Durch diese Initiative wird dem Tagebucharchiv jetzt vor allem wegen seines "besonderen Seltenheitswertes und des hohen dokumentarischen und exemplarischen Wertes" eine Würdigung im Denkmalbuch zuteil.

Das Deutsche Tagebucharchiv wurde 1998 auf Initiative von Frauke von Troschke gegründet. Seit 2016 leitet ein sechsköpfiger Vorstand unter Führung von Marlene Kayen die Geschicke des gemeinnützigen Archivs, welches sein Budget zu großen Teilen selbst erwirtschaftet. In der Geschäftsstelle wird die Arbeit der großen Gruppe der ehrenamtlich Mitarbeitenden (derzeit etwa 100) koordiniert, deren Arbeit die Archivierung und sorgfältige Erschließung der Dokumente erst ermöglicht.

Die Öffentlichkeit kann bei Führungen, Vorträgen und Lesungen Auszüge aus der Sammlung kennenlernen. Darüber hinaus gibt es seit 2014 das kleine Museum im Deutschen Tagebucharchiv. Es wurde in die Liste der Museen und Archive im Literaturland Baden-Württemberg aufgenommen.

Derzeit ist das Museum wegen Umbau des Gebäudes geschlossen. Eine neue Ausstellung wird für den Herbst vorbereitet. Wissenschaftler können den Bestand des Archivs von rund 20 000 Tagebüchern, Erinnerungen und Briefsammlungen von rund 4500 Autoren mit Hilfe einer modernen Datenbank nutzen.

Weitere Informationen unter https://tagebucharchiv.de