Gewichtheben

Talente sammeln beim Auftakt des KSV Lörrach wichtige Erfahrung

Matthias Konzok

Von Matthias Konzok

Di, 12. Oktober 2021 um 20:17 Uhr

Sonstige Sportarten

Der KSV Lörrach ist mit einer Niederlage in die Saison gestartet. Doch hat der Oberligist eine sehr junge Mannschaft aufgeboten. So bietet sich vor allem drei Jugendlichen wichtige Wettkampfpraxis.

Es klang schon der Stolz in der Stimme von Mike Riesterer durch. "Das war eines der jüngsten Teams, das wir jemals im Ligabetrieb hatten", stellte der Trainer des KSV Lörrach nach dem Oberliga-Auftakt fest. Gegen den SV Flözlingen schickte der KSV vier U-21-Gewichtheber an die Hantel, die 0:3-Niederlage (201,9:292,6-Punkte) war angesichts des Comebacks nach über eineinhalb Jahren Ligastillstand eher nebensächlich. So fiel Riesterers Resümee positiv aus: "Nach der langen Pause und angesichts einer Rumpfmannschaft sind wir sehr zufrieden."

Noch konnte der Ex-Zweitligist nicht seine beste Formation aufbieten, was jedoch einen positiven Effekt hatte: Fünf Debütanten konnten wertvolle Erfahrung sammeln, allen voran jene drei Jugendliche, die der KSV an Mannschaftskämpfe heranführen will: Larah de Vet, Sven Hertel und Léon Maurer. Mit de Vet und Hertel (beide Jahrgang 2007) werden zwei KSV-Talente im November bei der deutschen Schüler-Meisterschaft antreten.

Gegen Flözlingen konnte de Vet nicht ihr volles Potenzial entfalten, für sie galt zuletzt medizinische Schonfrist und somit reduziertes Training. Dennoch erzielte sie beim Auftakt als einzige KSV-Heberin sechs gültige Versuche und mit 49 Relativpunkten ein beachtliches Debüt. Wichtig sei für das Nachwuchstalent, "dass sie vom Kopf her sicherer wird", so Riesterer. Für Hertel lief der Ligastart mit drei Fehlversuchen und einer Nullrunde hingegen noch nicht optimal.

Camilla Valduga bei ihrem Comeback beste KSV-Heberin

Während beim KSV ein Drittel der Versuche (zwölf) ungültig war, verzeichnete die weitaus erfahrenere Mannschaft aus Flözlingen nur einen Fehlversuch. In der Liga sind die Heber einem bis dahin ungewohnten, "zusätzlichen Druck" ausgesetzt, erklärte Riesterer. "Als einzelner Athlet bist du für dich selbst verantwortlich", im Teamwettkampf aber "hebst du auch für andere mit". Eine Situation, mit der die zuletzt pausierende Camilla Valduga bereits aus Zweitliga-Zeiten vertraut ist. "Camilla hat nach ihrer langen Pause an ihre Bundesliga-Wettkämpfe angeknüpft", zeigte sich Riesterer zufrieden. Valduga kam mit 63 Kilogramm im Reißen und 76 im Stoßen auf 60 Punkte – Bestwert der Lörracher beim Auftakt.

Der talentierte Léon Maurer (Jahrgang 2003) kam bei seinem Debüt auf 34 Punkte. Der Sohn des früheren KSV-Athleten Gerd Maurer ist wie Claudia Klein (51 Zähler), die aus dem Crossfit hinzustieß, noch nicht lange bei den Gewichthebern. Umso mehr müsse man bei ihnen die lange Corona-Pause bedenken, so Riesterer. Als sechster Heber sprang Alper Genc trotz Trainingsrückstandes ein und erzielte immerhin 7,9 Punkte.
KSV Lörrach – SV Flözlingen 0:3

Klein (68,0 Kilogramm): Reißen: 54 kg/20 Punkte – Stoßen: 65 kg/31 Punkte; de Vet (69,4): 52/16 – 69/33; Valduga (74,0): 63 /23,5 – 76/36,5; Maurer (75,0): 79/6,5 – 100/27,5; Genc (82,1): 64/0 – 90/7,9; Hertel (92,6): 66/0 – 74/0.

Riesterer war derweil nicht entgangen, dass die lange Trainings- und Wettkampfpause auch für die Gäste aus Flözlingen spürbare Folgen hatte. Früher hätten die Württemberger das Potenzial für 350 bis 400 Punkte gehabt, in Lörrach blieben sie nun unter der 300er-Marke.

SV 08 Laufenburg bei Landesliga-Start nur zu fünft

Seinen Auftakt verlor derweil auch der SV 08 Laufenburg mit 0:3 gegen den SV Fellbach (261,0:404,0). Beim Landesligisten, der ohne die verletzte Leonie Stöcklin mit nur fünf Hebern antrat, erzielte Lisa Eble mit 93 Relativpunkten den Tagesbestwert. Die weiteren Zähler steuerten Leonie Hilbert (78), Johannes Böhler (38), Andreas Albiez (33) und Jugendtrainer Daniel Stiller (19) bei.