Tempohandball mit breitem Kader

Uwe Schwerer

Von Uwe Schwerer

Mi, 30. September 2020

Südbadenliga

Der TuS Altenheim will eine gute Rolle in der Südgruppe der Südbadenliga spielen, muss dabei einen kleinen Umbau bewältigen.

. Eine Handballsaison mit vielen Unbekannten erwartet den TuS Altenheim in der Südbadenliga, welche durch die Pandemie eine neue Form erhalten hat. Aber auch das Altenheimer Team selber hat sich deutlich verändert: Mit Stefan Bayer und Marco Fels hat ein neues Trainergespann seine Arbeit aufgenommen. Zudem gilt es, auf der Torhüterposition einen großen Umbruch zu bewältigen.

Die Einteilung der Südbadenliga in eine Nord- und eine Südgruppe, die sowohl nach geographischen als auch nach sportlichen Kriterien vorgenommen worden war, hatte in Altenheim wenig Begeisterung ausgelöst. In der Vorrunde hat es das Ensemble aus Neuried mit SG Ohlsbach/Elgersweier, TuS Oberhausen, TV Herbolzheim, TV Oberkirch, SG Köndringen/Teningen II, Handball Union Freiburg und TV Ehingen zu tun. Die reizvollen Derbys gegen HTV Meißenheim, TuS Ottenheim und HGW Hofweier finden vorerst nicht statt.

Der TuS Altenheim hätte lieber in der Nordstaffel gespielt

"Wir haben nie ein Hehl daraus gemacht, dass wir lieber in der Nordstaffel gespielt hätten", sagt der 45 Jahre alte Coach Stefan Bayer. "Aber das ist für den Gesamterfolg der Saison nicht ausschlaggebend. Da wir zunächst nur wenige Zuschauer in die Halle kriegen, bringen uns die Derbys ohnehin nichts." Mittlerweile hat der TuS bekanntgegeben, dass nur 50 Fans der Einlass in die Herbert-Adam-Halle gewährt wird. Dies ist die maximale Anzahl, um ein sicheres Umfeld zu bieten.

"Unser Ziel ist, zunächst mal in die Meisterrunde zu kommen – und das mit so wenigen Verlustpunkten wie möglich. Welches unsere Hauptkonkurrenten sind, ist schwer abzusehen, bei allen waren die Vorbereitungen sehr schwierig", so der Coach. "Eine komplette Unbekannte ist der TV Ehingen. Die HU Freiburg hat in der Vorbereitung einen starken Eindruck hinterlassen. Das ist sicher einer der Hauptkonkurrenten." Aber auch Bayer sieht sich wie alle anderen Akteuren im regionalen Handball mit der Frage konfrontiert, ob die Runde überhaupt fertiggespielt werden kann. "Wir müssen eigentlich jedes Spiel gewinnen, denn es kann durchaus sein, dass wir über die Vorrunde gar nicht hinauskommen. Und dann kommt die Quotientenregelung ins Spiel."

Die deutlichste Veränderung erfuhr der Altenheimer Mannschaftskader zwischen den Pfosten. Hier gilt es, die gewaltige Lücke zu füllen, die Philipp Grangé und Gunther Zölle hinterlassen haben. "Wir haben viel Routine auf der Torhüterposition verloren, das waren schon überragenden Spieler, die man nicht so einfach ersetzen kann", weiß der Übungsleiter. Dies werden nun Kevin Wilhelm, der aus Meißenheim gekommen ist, und Lukas Schäfer versuchen. " Aber im Feld haben wir uns breiter aufgestellt". Gemeint sind dabei vor allem die Zugänge von Luca Barbon (HGW Hofweier), Dennis Ammel (HTV Meißenheim) und Marvin Schaumann (SG Hornberg/Lauterbach/Triberg). "Mit dieser Kaderbreite wollen wir Tempohandball aus einer sicheren Abwehr heraus spielen. Wir wollen so wenig wie möglich in den gebundenen Angriff kommen."

Bayer und Fels, das neue Trainerduo beim TuS, hat ordentlich Stallgeruch. Der aus Hofweier stammenden Bayer, der in Altenheim lebt, hat zuvor vier Jahre lang die Altenheimer Reserve trainiert. Als Michael Schilling sich zur SG Köndringen/Teningen verabschiedet hatte, kam die naheliegende Anfrage auf Bayer zu, ob er das Südbadenligateam übernehmen wolle. "Das ist eine junge, dynamische Mannschaft, das Angebot kann man nicht ausschlagen", sagte er. Im steht nun der einstmalige Kreisläufer Marco Fels zur Seite, welcher seine Laufbahn beendet hat und als Co-Trainer Marius Schweickhardt ersetzt.

Die ersten Südbadenliga-Spiele haben es in sich. Am Samstag, den 3. Oktober, kommt die HU Freiburg in die Herbert-Adam-Halle. Eine Woche danach fährt der TuS-Tross zum TV Ehingen in den Hegau. Nicht nur Bayer findet: "Ein sehr anspruchsvolles Auftaktprogramm." Aber dann wissen die Altenheimer auch gleich, wo sie stehen.

Kader – Tor: Lukas Schäfer, Kevin Wilhelm, Feld: Philip Kugler, Simon Pfliehinger, Kevin Hörer, Jan Meinlschmidt, Tobias Biegert, Marvin Schaumann, Luca Barbon, Lukas Glunk, Marvin Schilling, Simon Rudolf, Gerry Sutter, Dennis Ammel, Clement Daul, Oliver Gieringer, David Teufel.
Zugänge: Luca Barbon (HGW Hofweier), Dennis Ammel, Kevin Wilhelm (HTV Meißenheim), Marvin Schaumann (SGHLT), Clement Daul (eigene Reserve).
Abgänge: Marco Fels (Co-Trainer), Philip Grange, Gunther Zölle, Noel Lefevre, Thomas Gaudin, Joshua Denz (Karriereende), Thomas Farrenkopf (pausiert).