Teningen schreckt die Favoriten

Quirin Laun

Von Quirin Laun

Mo, 03. Februar 2020

Oberliga BaWü

Auch die Handballer aus Baden-Baden straucheln bei der SG.

TENINGEN. Die SG Köndringen-Teningen bleibt zuhause eine Macht und hat dem nächsten Aufstiegsaspiranten in der Teninger Ludwig-Jahn-Halle ein Bein gestellt. Beim 28:27 (13:11)-Sieg gegen den Drittliga-Absteiger und Tabellendritten TVS 1907 Baden-Baden gewann das Team von Trainer Manfred Chaumet verdient und rangiert auf Rang neun in der Handball-Oberliga Baden-Württemberg.

Eine bis auf wenige Plätze ausverkaufte Halle bot einen stattlichen Rahmen für ein ansehnliches und umkämpftes Oberliga-Spiel, das von Beginn an zwei kompakt stehende Abwehrreihen prägten. In der Anfangsviertelstunde kamen die Gelb-Schwarzen aus Teningen immer besser in Schwung, nutzten in der Offensive, unter anderem durch den einmal mehr auffällig agierenden Maurice Bührer, ihre Chancen und agierten in der Defensive verbessert im Vergleich zur Vorwoche, als das Chaumet-Team eine Auswärtsniederlage in Zizishausen einstecken musste.

Nur den agilen und kaum zu haltenden Gäste-Kreisläufer Jannik Geisler bekamen die Spieler um Kapitän Axel Simak kaum in den Griff. Immer wieder wurde der wuchtige Hüne mit guten Anspielen gefüttert, die er nahezu hundertprozentig verwertete. SG-Rechtsaußen Felix Weise hatte beim Stande von 9:8 gleich zweimal hintereinander die Gelegenheit, seinen Farben bereits zu diesem Zeitpunkt ein kleines Polster zu verschaffen, scheiterte jedoch in beiden Fällen.

Und so entwickelte sich ein schnelles und ausgeglichenes Spiel, das kurz vor der Halbzeit mit einer berechtigten roten Karte für Gästespieler Julian Schlager aufgrund groben Foulspiels seinen negativen Höhepunkt hatte. Die folgende Überzahl nutzten die Hausherren konsequent aus und warfen mit einem 3:0-Lauf einen Zwei-Tore-Vorsprung zur Pause heraus. Chaumets Zwischenfazit fiel dementsprechend aus: "Wir haben es in der Abwehr gut gemacht, uns gut reingearbeitet."

In der zweiten Halbzeit ein ähnliches Bild: Lautstark unterstützt von zahlreichen mitgereisten Baden-Badener Fans ließen die weiterhin auf Tuchfühlung zu den beiden Aufstiegsplätzen liegenden Gäste nicht locker und trafen in der 40. Minute zum von ihnen ersehnten Ausgleich. Doch das sollte die Gastgeber keinesfalls davon abhalten, weiter an sich zu glauben und dagegenzuhalten. Durch drei Tore hintereinander gelang es den Chaumet-Akteuren erneut, eine Führung in die Schlussviertelstunde mitzunehmen. Hierbei glänzte auch der in Halbzeit zwei enorm effektive Linksaußen Maximilian Endres.

Als Siebenmeterpfiff ausbleibt, tobt der Gästetrainer

Und so geriet die Schlussphase zu einer wahren Nervenschlacht. Denn trotz einer Zwei-Tore-Führung eine Minute vor dem Abpfiff machten es die Teninger nochmal spannend, fingen sich 30 Sekunden später den Anschlusstreffer und verloren zu allem Übel auch noch den Ball gegen eine nun offensiv deckende Gästemannschaft. Beim anschließenden Tempogegenstoß wurde ein Gästespieler klar am Wurf gehindert, den der solide Heimkeeper Sebastian Kicki entschärfen konnte. Der fällige Siebenmeterpfiff der etwas unglücklich agierenden Schiedsrichter blieb jedoch aus. Verständlich deshalb die anschließende Aufregung bei Gästetrainer Sandro Catak, der von mehreren Spielern auf dem Weg zum Schiedsrichter aufgehalten werden musste.

Auf der Gegenseite feierten ausgelaugte Teninger Spieler den wichtigen Sieg vor toller Kulisse und jubelten ihren treuen Anhängern mit strahlenden Gesichtern zu. Chaumet konstatierte hinterher: "Über die gesamte Spielzeit gesehen geht der Sieg meiner Meinung nach in Ordnung, auch wenn die letzte Situation sicherlich diskutabel war und wir da das Quäntchen Glück auf unserer Seite hatten", räumte der SG-Coach ein. "Die Jungs arbeiten vorbildlich mit, im Angriff fehlt es ab und an noch an Flexibilität."

Am kommenden Sonntag kann die SG von 17 Uhr an erneut ihre Heimstärke und die Rolle des Favoritenschrecks unter Beweis stellen. Dann gastiert der Tabellenzweite TSV Neuhausen/Filder (acht Siege aus den vergangenen neun Spielen) in der Ludwig-Jahn-Halle. Das Hinspiel verloren die Teninger klar mit 17:32.

Spielfilm: 3:2 (4.), 5:3 (7.), 7:4 (11.), 8:6 (15.), 9:9 (20.), 10:11 (25.), 13:11 – 16:14 (34.), 18:17 (39.), 20:19 (44.), 23:22 (50.), 26:25 (55.), 28:27 (60.). Tore Köndringen-Teningen: Bührer 7, Hantak 7/1, M. Endres 6, Valda 4, Melnyk 2, Simak 2.