Der Wahn der Wahrheit

René Zipperlen

Von René Zipperlen

So, 13. Januar 2019

Theater

Der Sonntag Hexenjagd Robert Icke nimmt Arthur Miller beim Wort und verzichtet auf Neubefragung.

Arthur Miller klagte mit "Hexenjagd" eine paranoide Gesellschaft an, die sich im Wahn verzehrt. Robert Icke verzichtet in Basel auf Politisierung, zeigt aber, wie schwer man gerufene Geister wieder los wird.

Er muss im Schnee steckengeblieben sein, der Leibhaftige: Wenn im Hexenprozess von Salem plötzlich Wände des Gerichts einstürzen und unter Flammen auflodern, reißt doch nicht der Schlund der Hölle auf, sondern eine Leerstelle. Die Wahrheit, sie bleibt bei Robert Icke so ungreifbar wie im katastrophalen Prozess von Arthur Millers "Hexenjagd". Klar scheint nur: Wer lange genug von Verschwörungen des Bösen spricht, den suchen sie am Ende heim.

Salem, 1692: Im Gottesstaat der Pilgerväter wird ausgepeitscht, wer tanzt, singt oder die falschen Bücher liest. Mindestens. Als Pastor Parris eine Gruppe junger Mädchen beim nächtlichen Tanzen im Wald ertappt, spielen die prompt Wahnsinn vor, um der Strafe zu entgehen. Und sie erkennen schnell: Wer andere ...

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