Theater Freiburg

Jelineks "Winterreise" – eine Tochter leistet Abbitte

Bettina Schulte

Von Bettina Schulte

Mo, 06. Februar 2012 um 00:01 Uhr

Theater

Elfriede Jelinek lässt den eigenen Vater den Widergänger von Schuberts Winterreisendem sein: Ihr Stück die "Winterreise" inszeniert Joachim Schloemer in Freiburg sehr überzeugend.

Kein Ton von Schubert. Ein anderes Lied wird gesungen, das Lied, das einen späteren Bundespräsidenten in die Charts brachte. Walter Scheels Stimme kommt gut gelaunt aus einem Kofferradio. "Hoch auf dem gelben Wagen": Zuerst tanzt eine Gruppe Heranwachsender wild um das Gerät herum; später kreist es tönend allein um sich selbst, am Ende stellen die fünf Schauspieler kurz das Lied vor dem Verhauchen pantomimisch dar: Die Musik ist vom Körper aufgesogen – so wie Franz Schuberts Liederzyklus "Winterreise" nach den Gedichten von Wilhelm Müller in Elfriede Jelineks gleichnamigem Text Sprache geworden ist. Deshalb darf – das ist konsequent gedacht – kein Ton von Schubert sein in Joachim Schloemers Inszenierung von Jelineks "Winterreise", die jetzt im Großen Haus des Freiburger Theaters Premiere hatte.

Der Sensenmann hält die Zügel in der Hand
Auch kein ...

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