So viel Normalität wie möglich

Peter Stellmach

Von Peter Stellmach

Do, 28. April 2016

Titisee-Neustadt

Die minderjährigen Flüchtlinge aus der Mozartstraße leben sich Schritt für Schritt ein, Lernen steht obenan.

TITISEE-NEUSTADT. Alles gut? Die zwei Jungs am Gehweg grüßen freundlich. Drei Menschen lächeln sich an, besser geht’s nicht. Beide gehören zu den 18 minderjährigen Flüchtlingen, die allein und auf sich gestellt die Flucht bewältigten, aber unter der Obhut des Diakonischen Werks in Neustadt leben und vor wenigen Wochen im Haus Riegger an der Mozartstraße eingezogen sind. Hier fügen sie sich täglich einen Schritt mehr in das Leben in Deutschland ein, viele tausend Kilometer entfernt von ihren Heimatländern, in denen Krieg, Terror, Elend herrschen.

Drinnen, im Haus, herrscht Unruhe. Halb zwei. In der Küche geht’s hoch her, eine Riesenpfanne wandert vom Herd weg, ein Riesenblech Blätterteig mit Füllung geht hinterher. Man versucht, möglichst landestypisch zu kochen, beantworten die Diakoniehelfer den Blick des Besuchers. Einige der Jungs sind von der Schule gekommen und jetzt hungrig. Außerdem ist bald Teambesprechung. Jürgen Maienknecht als Leiter der Diakonietruppe und seine Kollegin Inga Ravenstein nehmen sich trotzdem Zeit.
Man ist nicht ganz so weit wie man sein wollte. Die Wände sind gestrichen, neue Böden verlegt, die Küche steht, die Aufenthaltsräume wirken fast fertig. Nur die Bettenlieferung fehlt noch. So schlafen die Jugendlichen noch auf Matratzen am Boden, auch im Büro liegt für den Nachtdienst nur eine Matratze. Zwei- und Dreibettzimmer sind belegt im Erd- und im Kellergeschoss. An der Tür stehen die Namen. Man hat Landsleute und Kulturkreise zusammengeführt. Drinnen gibt es außer der Schlafstelle nicht viel mehr als Kleidung, Schuhe, wenige Habseligkeiten und für jeden einen kleinen Tresor für Wertsachen. Lüften könnte nicht schaden. "Wie bei anderen Jugendlichen auch", sagt Inga Ravenstein lächelnd.
Sie führt ins Dachgeschoss, eine ...

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