SPD hat vier Neulinge dabei

Peter Stellmach

Von Peter Stellmach

Mo, 18. März 2019

Titisee-Neustadt

Ortsverein stellt Liste für die Gemeinderatswahlen auf.

TITISEE-NEUSTADT. Drei Frauen und sieben Männer; vier Neulinge und sechs Erfahrene; zwei junge Leute und acht im Alter zwischen 54 und 64 Jahren: So präsentiert sich die Liste der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) für die Kommunalwahl am 26. Mai in Titisee-Neustadt. Damit treten die Genossen nicht so stark an wie vor fünf Jahren, damals gingen 16 Kandidatinnen und Kandidaten ins Rennen, sechs Sitze waren die Ausbeute.

Ein vertrautes Gesicht am Ratstisch wird künftig fehlen, denn Felice de Min will im Alter von 75 Jahren nicht mehr Kommunalpolitik machen. Der Italiener aus Titisee ist seit 1999 als einziger nicht Deutscher Bürgervertreter und gehört zu den Dienstältesten.

Das Interesse an der Nominierungsversammlung am Freitag im "Jägerhaus" war überschaubar. Von ungefähr 70 Mitgliedern des Ortsvereins war nur knapp ein Dutzend als Wahlberechtigte da. Sie stimmten die Liste wie vorab besprochen ab, ein Wettbewerb um Listenplätze wurde nicht geführt.

Andreas Föhrenbach, der als Nachrücker bereits am Ratstisch sitzt, möchte Ansprechpartner für Bürger und Vereine sein und sich auf allen Ebenen für praktikable, bezahlbare Lösungen einsetzen.

Sandra Uecker, langjährige Stadträtin und Ortsvereinsvorsitzende, sieht viele Projekte angestoßen, an denen sie dranbleiben möchte, während andere noch zu verfolgen seien: Bildungsstandort und Infrastruktur stärken sowie im Interesse der Älteren Barrierefreiheit erweitern und einen Bürgerbus organisieren.

Götz Ertle begründet sein Antreten mit den Erfahrungen um das Haus Lickert: Er möchte wissen, wie es zwischen den Bürgern, Verwaltung und Gemeinderat funktioniert, er plädiert für eine offene Kommunikations- und Streitkultur. Er sieht sein Engagement unter anderem als "Flagge zeigen gegen rechts".

Sabine Schubert sagt, sie wolle "zuhören, was los ist" und Brücken bauen für die Bürger, die oft fragten, was "die da oben" machen. Der Tourismus und die Verkehrssituation beschäftigen sie.

Ralf Landau hat als Nachrücker an den Ratstisch die Erfahrung gemacht, dass auch kleine Rädchen, wenn sie ineinandergreifen, Großes bewirken können. Er will das Mittelzentrum stärken, besonders den Schulstandort, und das Vereinsleben wahren. Breitband sieht er als eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben an.

Sina Wolf will für die Jugend und für ein familienfreundliches Titisee-Neustadt eintreten und dazu die Vereine stärken. Trotz seiner erst 20 Jahre ist Valentin Albert schon seit 2014 im Ortsverein und Juso. Er würde gern mit anderen Jugendvertretern einen Jugendgemeinderat gründen. Er möchte die Vereinskultur pflegen. Nach seinem Eindruck fühlen sich die Bürger nicht mehr richtig vertreten – dem will er entgegenwirken.

Hans-Hendrik Ewert, der Titiseer Kandidat anstelle von Felice de Min, war nicht zugegen, er ließ als Schwerpunkte Tourismus und Verkehr ausrichten.

Wilfried Waldvogel, auch er Mandatsträger, sieht Bedarf in der Wirtschaftsförderung und für die Innenstadt, er möchte sich für die Landwirtschaft starkmachen. Er hält es für wichtig, dass Baugebiete in den Orten entwickelt werden.

Fraktionschef Markus Schlegel skizzierte die wichtigsten Anliegen der SPD. Vorrang haben Bildung und Betreuung, man sei auf einem guten Weg. Sein Paket Titisee umfasst den Verkehr, die Unterführung und die Nahversorgung. Der Name Haus Lickert steht für ihn als Synonym dafür, dass die Vereine eine Bleibe brauchen. Mit Breitband, dem Ausbau des Baugebiets Fehrn und der Breisgau-S-Bahn könnte Titisee-Neustadt künftig weiter "Leute anlocken" und wachsen.