Topp bei der Beratung

Ulrich Senf

Von Ulrich Senf

Sa, 21. September 2019

Weil am Rhein

Leitbild als Maßstab für die Arbeit und Grundlage fürs Audit.

WEIL AM RHEIN (us). Ein Aushängeschild nach außen, das die Konzeption und die Ziele der VHS für die Bürger fassbar macht, und gleichzeitig ein Maßstab nach innen, an dem die tägliche Arbeit gemessen werden kann – das soll das neue Leitbild in den Augen von VHS-Leiter Tom Leischner sein. Gemeinsam mit seine Mitarbeiterinnen hatte Leischner das Projekt vorangetrieben und sich dazu auch externe Beratung geholt. Seit dieser Woche liegt das Leitbild nun als übersichtliches Faltblatt vor und illustriert, was die VHS als ihr Selbstverständnis, als Verständnis von gelingendem Lernen oder von nachhaltiger Qualität bezeichnet. Klar werden auch Themen wie der Umgang mit den 130 Dozenten und Referenten, die Kundenorientierung, Programm und Angebot sowie die Kommunikation und das Arbeitsverständnis im VHS-Team ausgestaltet.

Keineswegs als ferne Vision will Leischner das Leitbild verstanden wissen. Vielmehr solle es Orientierung für die nahe Zukunft geben, führt er aus. Die Sätze versteht das Team als Aufforderung, die Konturen der eigenen Arbeit immer wieder "nachzuschärfen".

Mittelfristig hat das Leitbild aber auch eine weiterreichende Funktion: Auf dem Weg hin zu einer Zertifizierung ist es eine wichtige Voraussetzung. Diese Zertifizierung nach den Richtlinien der AZAV (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung) soll im kommenden Jahr angestrebt werden. Ohne dieses Zertifikat würde die Weiler VHS die Anerkennung des Landesverbands und damit auch eine Bezuschussung verlieren.

Als Ziel wurde im Leitbild unter anderem die noch intensivere Fortbildung der Dozenten fixiert. Hier setzt Leischner darauf, dass noch mehr Lehrkräfte die vorhandenen Angebote nutzen, die die VHS ihnen kostenlos mache. Dazu gehörten auch Fortbildungen im Bereich zeitgemäßer Lehrmittel etwa im Umgang mit der bundesweit verfügbaren VHS-Cloud, die Dozenten wie Kursteilnehmer nutzen könnten, um untereinander zu kommunizieren, Hausaufgaben zu verteilen oder auch Hilfestellungen für deren Lösung bereitzustellen.

Am Anfang des Leitbildprozesses stand eine umfassende Analyse der Stärken und Schwächen, bei der man sich auch von der Auswertung der Evaluationsbögen leiten ließ, in denen die Eindrücke der Kursteilnehmer abgefragt wurden. Dabei schnitt die Weiler VHS vor allem bei der Beratung überdurchschnittlich gut ab. Die Freundlichkeit und Kompetenz, mit der alle Mitarbeiterinnen auf die vielen Fragen antworten und eben auch Hilfe bei der Entscheidung geben, welche Kurse am besten zu wem passen, sei immer wieder gelobt worden.

Sorgen mache hingegen die Ausstattung mit Räumen. "Das reicht im Normalbetrieb, aber wir stoßen an Grenzen, wenn etwa Kurse verschoben werden müssen", so Leischner. Die dezentralen Anlaufstellen wie die Kursräume in den Schulen verlangten einen hohen Betreuungsaufwand. "Da bleibt es eben nicht aus, dass eine Beleuchtung nicht gleich repariert wird oder einer von uns das Problem beseitigen muss, weil kein Hausmeister zur Stelle ist", schildert er das Problem, das immer wieder auch von Kursteilnehmern angemahnt wurde.