Toxisches Klima am Vorzeigehaus?

dpa

Von dpa

Do, 06. Mai 2021

Theater

Streit am Gorki: Berliner Theater schließt Vergleich.

Das Maxim Gorki Theater und eine Dramaturgin haben sich am Berliner Bühnenschiedsgericht auf einen Vergleich geeinigt. Die Mitarbeiterin hatte geklagt, weil ihr befristeter Vertrag nicht verlängert worden war. Das Arbeitsverhältnis endet im Sommer, die Dramaturgin soll 15 000 Euro Abfindung bekommen. Sie hatte geltend gemacht, die Nichtverlängerung ihres Vertrags hänge mit einem Beschwerdebrief mehrerer Beschäftigter gegen die Intendantin wegen Machtmissbrauchs und Mobbings zusammen.

Ein Sprecher des Theaters hatte die Vorwürfe vergangene Woche zurückgewiesen. Das Magazin Der Spiegel hatte berichtet, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten ein toxisches Arbeitsklima kritisiert. Die Süddeutsche Zeitung hatte ebenfalls über den Verdacht des Machtmissbrauchs berichtet. Zu den Vorwürfen hatte sich Intendantin Shermin Langhoff nicht äußern wollen. In den Berichten, so der Sprecher, würden weder Namen genannt noch andere hinreichende Hinweise gegeben, "die Frau Langhoff ermöglichen würden, zu den Vorkommnissen – sollte es sie gegeben haben – Stellung zu nehmen".

Nach Angaben der Berliner Senatskulturverwaltung gab es Ende 2019 Beschwerden, die über die Vertrauensstelle Themis bei der Senatsverwaltung eingegangen seien. Es habe ein Mediationsprozess stattgefunden. Im Ergebnis sei es zu "organisatorischen und Strukturveränderungen" im Gorki Theater gekommen. Ende 2020 sei Langhoffs Vertrag bis 2026 verlängert worden. Damit werde "der über Berlin hinaus anerkannten künstlerischen Arbeit eine verlässliche Planungsperspektive" gegeben.