Basketball

TV Weil mit neuem Trainer, CVJM Lörrach ohne US-Neuzugang

Matthias Konzok

Von Matthias Konzok

Di, 29. September 2020 um 20:45 Uhr

Basketball

Am Sonntag startet die Basketball-Oberliga. Der TV Weil setzt auf einen neuen Coach, der CVJM Lörrach muss wegen der Pandemie vorerst auf seinen US-Neuzugang verzichten.

Wenn Mika Matthes über Basketball spricht, ist er in seinem Element. Der 25-jährige Erzieher hat klare Vorstellungen und die englische Fachsprache sitzt so perfekt, dass es ihm manchmal schwer fällt, eine passende Übersetzung zu finden. Nicht für jeden Anglizismus gibt es ein deutsches Äquivalent. Seine Basketball-Expertise bringt Matthes nun als neuer Coach und somit Nachfolger von Spielertrainer André Grethler bei Oberliga-Aufsteiger TV Weil ein.

Jahrelang spielte Matthes selbst für die erste Mannschaft, inzwischen läuft er nur noch für die Reserve auf. Bei dieser Konstellation soll es auch bleiben, denn das Modell eines Spielertrainers erwies sich für die Weiler als suboptimal. Zu groß sind die Reibungsverluste zwischen beiden Funktionen. Mit Matthes fand der TVW eine interne Lösung, sodass sich Grethler ganz auf seine Rolle als Leistungsträger auf dem Feld konzentrieren kann. Matthes’ Ziel: das Weiler Spiel zu strukturieren. Die Mannschaft solle "bedacht, schlau, simpel und effektiv" agieren, vor allem als Team. Er spricht von "Spacing und Timing", was konkret bedeutet, dass die Akteure Räume schaffen und diese nutzen, gut abgestimmt sein sollen. Und "sie werden viel laufen und cutten müssen", kündigt Matthes an. Hinter Cutten stecken sogenannte Schneidebewegungen, um mittels Positions- und Laufspiel anspielbar zu sein oder Räume für Teamkollegen zu kreieren.

Weiler Mannschaft musste zeitweise vorsorglich in Quarantäne

Den Abgängen von Lukas Grethler (USA) und Joshua Zeregaber (Studium) stehen die Zugänge von Felix Müller (CVJM Lörrach) und Sven Scheurer (TV Grenzach) gegenüber. Matthes berichtet von einer "motivierten und intensiven" Vorbereitung, die coronabedingt indes etwas holprig verlief, weil zwischenzeitlich die Weiler Mannschaft vorsorglich für zwei Wochen in Quarantäne beordert worden war. Die gute Nachricht: keiner der Spieler habe Symptome gezeigt.

Am Sonntag erwarten die Weiler zum Auftakt den TV Staufen (16 Uhr). "Wir haben lange für die Oberliga gekämpft und wollen in der Liga bleiben, uns dort etablieren", so Matthes. In der Vorrundengruppe B trifft der Aufsteiger neben dem CVJM Lörrach und Staufen auf UC Baden-Baden, USC Freiburg II und SSC Karlsruhe. Die je drei besten Teams jeder Gruppe qualifizieren sich für die Aufstiegsrunde, die restlichen Clubs müssen in die Abstiegsrunde. Ein Anwärter für die Top Drei ihrer Gruppe und auch für eine vordere Position der Aufstiegsrunde sind die Lörracher Basketballer, in der abgebrochenen Vorsaison punktgleich mit Meister Leimen auf Rang vier.

CVJM mit drei Rückkehrern – Lörracher sind Aspirant für Aufstiegsrunde

CVJM-Sportwart Christian Roos zeigt sich vor dem Duell gegen den SSC Karlsruhe (Sonntag, 17 Uhr) – in der Neumatthalle sind derzeit gemäß Hygienekonzept 100 Zuschauer zugelassen – zuversichtlich. Auch wenn Trainer Matthias Blum aufgrund der Pandemie vorerst auf Neuzugang Stefan Tellis verzichten muss. Der US-Amerikaner "darf nicht einreisen", erklärt Roos und verweist darauf, dass Tellis lediglich über ein Touristenvisum verfüge. Die Lörracher stehen in Kontakt mit ihrem Spieler, "wir haben es auch über die Botschaft in Los Angeles versucht", sagt Roos. Bisher waren alle Lösungsversuche vergeblich. "Stefan sollte nicht nur den Oberliga-Kader unterstützen, sondern als Trainer auch unsere Jugend."

So startet der CVJM mit nur einem US-Amerikaner (Oberliga-Topscorer Aromeo Grigsby), was den Optimismus des Sportwarts indes nicht schmälert. Denn Marius Gab ist aus Bamberg zurückgekehrt wie auch Justus Körte aus den USA. Auch Jonas Voitl steht wieder im Oberliga-Kader, den der Ex-Weiler Laimonas Kubickas (zuletzt TV Grenzach) ergänzt.