Nachdenken

Über den Schwarzwald kann man ab sofort per App meditieren

Johannes Adam

Von Johannes Adam

Do, 19. November 2020 um 15:11 Uhr

Unterm Strich

Vom Wald waren die Menschen schon immer fasziniert. Und: Mit dem Schwarzwald haben wir ein Prachtexemplar direkt vor der Haustür. Jetzt kann man über ihn sogar meditieren – per Smartphone-App!

Auch wenn es stimmt, dass manche Zeitgenossen ihn vor lauter Bäumen mitunter nicht mehr sehen: Der Wald ist eine ganz besondere Welt – jedenfalls weit mehr als nur eine große Menge Bäume. Er ist Sehnsuchts- und Erholungsort, bietet zudem Stoff für Märchen, Mythen und Musik. Dass im Wald unter anderem die Räuber sind, will man uns spätestens seit Heino weismachen.

Statt über den letzten Urlaub, den aktuellen Kontostand oder das wieder äußerst gelungene Dessert der Gattin nachzusinnen, geht’s nun virtuell in den Schwarzwald. Am Start sind die Umweltschutzorganisation WWF und die Meditations-App 7Mind. Zu Geschäftsmodell, Nutzung und Zielgruppe hier nur so viel: Falls das Wetter mies sein sollte oder man partout keinem durch den Wald rasenden Mountainbiker in die Quere kommen möchte, greife man nach Herzenslust zur neuen Meditations-App. Um das Atmosphärische dabei enorm zu steigern, wäre das Tragen eines Bollenhuts im heimischen Wohnzimmer zu erwägen.

Meditieren Klängen aus der Region

Meditieren meint Nachdenken. Hier über den Wald. Der ja Rohstofflieferant ist. Unverzichtbar fürs Wasser. Und selbst fürs Weltklima. Dem Wald verdanken wir eben sehr viel. Dessen heilsame Wirkung ganze Berufsgruppen, wie die der Medizinfrauen und -männer, fast entbehrlich macht. Draußen in der Natur sorgt er auch ohne unsere Anstrengung für Entspannung: Ein gemütlicher Spaziergang reiche aus, heißt es in den Lobeshymnen. Dann setzen wir also mal behutsam einen Fuß vor den anderen. Und werden still. Denn: Die Bäume haben uns was zu erzählen. Bei der App erfolgt das Meditieren in Sachen Waldschutz zu Regio-Klängen: Sie stammen aus dem romantischen Bannwald Zweribach bei St. Märgen.

Romantisch war der Wald schon immer. Womöglich könnte das bei kühlen Rationalisten verhindern, dass sie auch noch beim Meditieren die Bäume zählen.