Über Kunst sprechen

Klasse 4a, Grundschule Biengen (Bad Krozingen)

Von Klasse 4a, Grundschule Biengen (Bad Krozingen)

Fr, 01. April 2022

Zisch-Texte

ZISCH-INTERVIEW mit Museumspädagogin Beate Reutter über ihren Beruf im Museum für Neue Kunst und darüber, wie teure Gemälde geschützt werden.

ein bisschen Gelb hier, ganz viel Blau dort und ein Tupfen Lila, fertig ist das Kunstwerk. Beim Zisch-Aktionstag gemeinsam mit dem Museum für Neue Kunst in Freiburg konnte die Klasse 4a der Grundschule Biengen in Bad Krozingen einen künstlerischen Vormittag verbringen. Nach einer Führung durch die Ausstellung "Freundschaftsspiel", durften sich die Kinder zuerst selbst als Künstlerinnen und Künstler versuchen, ehe sie in die Rolle der Zisch-Reporterinnen und -Reporter schlüpften und die Referentin für Kunstvermittlung, Beate Reutter, interviewten.

EZisch: Was sind die Aufgaben einer Museumspädagogin?

Reutter: Zum einen tut man das, was wir heute gemacht haben. Ich bin mit Schulklassen im Museum unterwegs und ich mache mir Überlegungen, was man mit Kindern und Erwachsenen im Museum machen kann. Das ist eine meiner Hauptaufgaben. Bei euch habe ich mir überlegt, dass es toll wäre, wenn jeder ein Porträt auf Leinwand malen könnte. Dann muss ich in der Werkstatt schauen, ob das Material da ist oder ich es kaufen muss.

Zisch: Wie wird man Museumspädagogin?

Reutter: Als Museumspädagogin muss man das Museum gut kennen. Ich arbeite für ein Kunstmuseum, also muss ich auch Ahnung von Kunst haben. Ich habe erst Kunstgeschichte studiert und habe dann angefangen, bei Museen zu arbeiten.

Zisch: Macht Ihnen Ihre Arbeit Spaß?

Reutter: Ja total, vor allen Dingen, wenn man so nette Gruppen hat, wie ihr es seid. Dann macht es total Spaß, durch das Museum zu gehen und zu gucken, was euch für verrückte Ideen zu den Kunstwerken einfallen.

Zisch: Wollten Sie schon als Kind diesen Beruf lernen?

Reutter: Als Kind wollte ich eigentlich Künstlerin werden. Und irgendwann habe ich dann gemerkt: Die Kunst interessiert mich so sehr, dass ich auf jeden Fall einen Beruf draus machen möchte. Aber ich bin dann nicht Künstlerin geworden, sondern in der Vermittlung von Wissen über Kunst gelandet. Weil es mir große Freude macht, mit anderen Menschen über Kunstwerke zu sprechen.

Zisch: Haben Sie schon berühmte Künstler persönlich getroffen?
Reutter: Ja, ich habe auch schon Künstlerinnen und Künstler persönlich getroffen, aber die waren meistens nicht ganz so berühmt. Die berühmtesten Künstler sind die, die nicht mehr leben. Pablo Picasso zum Beispiel, von dem wir einige Gemälde gesehen haben, konnte ich nicht mehr kennenlernen. Er ist 1973 gestorben.

Zisch: Was ist Ihr Lieblingsbild in der Ausstellung "Freundschaftsspiel"?

Reutter: In dieser Ausstellung ist tatsächlich Pablo Picassos Bild "Buste de femme" mein Lieblingsbild.

Zisch: Haben Sie ein Lieblingsmuseum?
Reutter: Natürlich mag ich unser Museum ganz besonders gerne. Aber es gibt so viele schöne Museen. Mein Liebling ist wahrscheinlich das Tinguely-Museum in Basel. Jean Tinguely war ein ganz verrückter Künstler und hat Maschinen aus ganz verschiedenen Sachen gebaut.

Zisch: Wer legt das Thema der Ausstellung fest?

Reutter: Das Thema der Ausstellung legt der Kurator oder die Kuratorin fest. Das sind diejenigen, die sich die Ausstellung mit der Museumsdirektorin ausdenken.

Zisch: Wie kommt das Museum an die Bilder?

Reutter: Das Museum für Neue Kunst sammelt seit vielen Jahren Kunstwerke, es hat sie teilweise gekauft und teilweise geschenkt bekommen. Dadurch ist eine große Sammlung entstanden. Viele Werke sind schon lange im Museum. Und ab und zu haben wir die Chance, eines dazu kaufen zu können.

Zisch: Wie viele Bilder gibt es im Museum?

Reutter: Die Sammlung ist sehr groß, ich schätzte, es sind um die 10 000 Werke.

Zisch: Welches Bild ist das wertvollste in dieser Ausstellung?

Reutter: Die wertvollsten Bilder in dieser Ausstellung sind die von Picasso. Sie stammen nicht aus unserem Museum, sondern gehören der Horst-und-Gabriele-Siedle-Kunststiftung, die sie uns ausgeliehen hat. Deshalb ist es so besonders, dass wir sie ausleihen durften.

Zisch: Wurde schon mal ein Bild im Museum für Neue Kunst in Freiburg gestohlen?

Reutter: Seit ich hier arbeite, wurde noch nie ein Bild gestohlen. Ich weiß generell von keinem Fall in Freiburg.

Zisch: Wie werden die Bilder vor Diebstahl geschützt?

Reutter: Es gibt viele verschiedene Sicherheitsregelungen: Wir haben Aufsichtspersonal, das waren die Damen und Herren, die in Schwarz herumgelaufen sind. Die Bilder werden an der Wand festgemacht, so dass man sie nicht so leicht abkriegt. Und dann gibt es noch einen Alarm. Das sind so die Möglichkeiten, die Bilder zu sichern.

Zisch: Kommen mehr Erwachsene oder mehr Kinder ins Museum?

Reutter: Ich glaube, es kommen mehr Erwachsene, aber es kommen auch viele Kinder und Schulklassen.