Unbekümmert in der nationalen Spitze

Ottmar Heiler

Von Ottmar Heiler

Mi, 26. August 2020

Leichtathletik

Siebenkämpferin Anna-Lena Gamp vom TV Lenzkirch erarbeitet sich bei der deutschen Meisterschaft Rang neun / Zehnkämpfer Emmanuel Molleker Achter der U -18.

Vier Schwarzwälder Leichtathleten krönten am vergangenen Wochenende die bisher kurze Saison mit ansprechenden Leistungen bei deutschen Titelkämpfen. Anna-Lena Gamp vom TV Lenzkirch konnte bei der DM im bayerischen Vaterstetten im Kreis der besten nationalen Mehrkämpferinnen mithalten und belegte im Siebenkampf mit 5220 Punkten einen hervorragenden neunten Platz. Emmanuel Molleker von der LG Baar/LV Donaueschingen glänzte mit Rang acht im Zehnkampf der Altersklasse U-18.

. Bei der deutschen Seniorenmeisterschaft in Zella-Mehlis setzte sich Natascha Wolf von der DJK Villingen beim Gewichtwerfen in der Klasse W-40 klar durch und wurde überlegen deutsche Meisterin. Maik Arendt von der LG Baar / LV Donaueschingen belegte in der M-40 den vierten Platz. Um die Zahl der Wettkämpfer angesichts der Corona-Pandemie zu begrenzen, hatte der Deutsche Leichtathletikverband (DLV) die Norm für die Titelkämpfe angehoben. Die Lenzkircherin Anna-Lena Gamp musste sich deswegen bei einem Siebenkampf kurz vor Meldeschluss erst die DM-Zulassung erkämpfen. Der Wettkampf in Leinfelden-Echterdingen war für sie eine wegweisende Generalprobe für die Meisterschaft in Vaterstetten unweit der bayerischen Landeshauptstadt.

Anna-Lena Gamp startete bei der DM mit einer deutlichen Verbesserung ihrer persönlichen Bestzeit über 100 Meter Hürden auf bemerkenswerte 14,64 Sekunden. Der Hochsprungwettbewerb wurde durch starken Regen beeinträchtigt. Mit überfloppten 1,59 Metern zog sie sich angesichts dieser widrigen Umstände achtbar aus der Affäre. Im Kugelstoßen bewies Anna-Lena Gamp dann besondere Nervenstärke. Nach zwei ungültigen Versuchen gelang ihr mit 12,55 Metern ein respektabler Stoß. Den ersten Wettkampftag der DM schloss sie mit ausgezeichneten 26,11 Sekunden über die 200 Meter ab und erreichte mit ihrer Punktzahl das bisher beste Zwischenergebnis ihrer Karriere. Am zweiten DM-Tag war ihr zum Auftakt das Glück nicht gerade hold. Bei keinem ihrer drei Weitsprungversuche traf Anna-Lena Gamp den 20 Zentimeter breiten Balken, konnte aber immerhin 5,44 Meter in die Wertung bringen. Im Speerwerfen lief es dann wieder rund. 34,77 Meter waren für die gelernte Diskuswerferin ein gutes Ergebnis. Der abschließende 800-Meter-Lauf stand auch bei der Fernseh-Live-Übertragung des ZDF im Mittelpunkt, da im letzten Lauf die Plätze in der Meisterschaftswertung ermittelt wurden.

Gewichtwerferin Natascha Wolf schockt die Konkurrenz

Im Kampf gegen die spätere Siegerin Carolin Schäfer und sechs weiteren Kandidatinnen lief Gamp zur Bestform auf und schlug in der tollen Zeit von 2:16 Minuten sogar die deutsche Vizeweltmeisterin. Mit 5220 Punkten verbesserte Anna-Lena Gamp ihren eigenen Kreisrekord deutlich und führt mit diesem Ergebnis klar die Bestenliste in Baden-Württemberg an. Nach ihren beiden Titeln bei der deutschen Winterwurfmeisterschaft zählte Natascha Wolf von der DJK Villingen zu den Favoritinnen der deutschen Meisterschaft im Gewichtwerfen. Mit einer guten Serie schockte die Villingerin von Beginn an die Konkurrenz und gewann mit starken 12,32 Metern den deutschen Meistertitel.

In der Klasse M-40 hatte sich Maik Arendt die Zehn-Metermarke mit dem fast 16 Kilogramm schweren Gewicht als Ziel gesetzt. Dieses Vorhaben konnte er bei seinen sechs Würfen gut umsetzen und mit seinem besten Versuch von 10,14 Metern den vierten Platz belegen. Beide Athleten hatten sich mit umfangreichem Kraft- und Techniktraining diese besonderen Leistungen erarbeitet. Hunderte Würfe aus dem Hammerwurfkreis auf den Löffinger Wurfanlagen gaben Wolf und Arendt die entsprechende Sicherheit in dieser technisch schwierigen Leichtathletik-Disziplin.

Bei der deutschen Meisterschaft in Vaterstetten ging Emmanuel Molleker von der LG Baar einen Tag vor den Männern im Zehnkampf der Altersklasse U-18 an den Start. Am ersten Tag machten 35 Hitzegrade den jungen Athleten zu schaffen. Mit 11,65 Sekunden über 100 Meter und 6,70 Metern im Weitsprung und damit zwei persönlichen Bestleistungen, gelang dem 16-jährigen Donaueschinger ein Auftakt nach Maß. Im Stabhochsprung blieb er mit 3,80 Metern nur zehn Zentimeter unter seinem Hausrekord. Die Kugel stieß er 13,43 Meter weit und lieferte im abschließenden Rennen über 400 Meter in 54,22 Sekunden eine weitere Bestleistung ab. Den ersten Wettkampftag beendete er auf Rang elf und konnte sich am zweiten Tag, dem Regen zum Trotz, weiter steigern. 15,47 Sekunden über die 110 Meter Hürden und 45,79 Meter im Speerwerfen sowie 39,68 Meter im Diskuswerfen brachten ihn in der Ergebnisliste nach vorne. Doch dann patzte Molleker in seiner Spezialdisziplin, dem Hochsprung, und musste als deutscher Vizemeister des vergangenen Jahres in dieser Disziplin mit 1,83 Metern einige Punkte liegen lassen.

Mit 5:08,97 Minuten im abschließenden 1500-Meter-Lauf verbesserte er seine persönliche Bestleistung abermals und kam mit neuem Punkterekord auf 6486 Zähler. Nach dem bemerkenswerten achten Platz bei der DM kann Emmanuel Molleker jetzt die Einzelmeisterschaften in Angriff nehmen.