"Und ich will auch verdammten Respekt"

dpa

Von dpa

Di, 13. Oktober 2020

Basketball

Basketball-Star LeBron James gewinnt zum vierten Mal den NBA-Titel – diesmal mit den LA Lakers.

Nach der Feier mit Pokalen und Konfetti auf dem Parkett und Champagner-Duschen in der Kabine gönnte sich LeBron James eine Zigarre. Lange Züge, großes Grinsen – er war zufrieden. Zehn Jahre nach dem bislang letzten Titel der Los Angeles Lakers führte er das glamouröseste Team in der stärksten Basketball-Liga der Welt zur 17. Meisterschaft, das 106:93 gegen die Miami Heat war eine Machtdemonstration. Neben den Boston Celtics sind die Lakers nun Rekordmeister. Persönlich holte James den vierten NBA-Titel. Zum vierten Mal war er der wertvollste Spieler der Finalserie. Mit drei verschiedenen Teams hatte das noch niemand geschafft.

Womöglich fühlte sich James mit der Zigarre und der Meister-Mütze auf dem Kopf also ein kleines bissschen so, wie es sein Trainer Frank Vogel Minuten zuvor formuliert hatte: "Er ist der größte Spieler, den das Basketball-Universum jemals gesehen hat."

LeBron James oder Michael Jordan – für viele Fans und Profis in der NBA ist die Debatte um den größten Basketballer der Geschichte eine Glaubensfrage, die sich angeregt debattieren, aber nicht abschließend beantworten lässt. Jordan hat sechs Meisterschaften geholt und die Liga mit den Chicago Bulls in den 1990er-Jahren dominiert. James dagegen prägt die NBA bereits über einen viel längeren Zeitraum – mit seinen zehn Teilnahmen an einem NBA-Finale kann Jordan nicht mithalten. Auch auf 260 Spiele in den Playoffs kommt Jordan nicht ansatzweise.

James spielt die Bedeutung dieses Vergleichs oft herunter. Die latente Kritik, das Infragestellen seiner eigenen Größe aber fuchsen ihn dann doch. Nachdem er den Pokal für den Finals-MVP in die Hand genommen hatte, sagte er in seiner Rede: "Wir wollen einfach Respekt. Rob (Pelinka, Lakers-Manager) will Respekt. Coach Vogel will Respekt. Unsere Organisation will Respekt, Laker-Nation will Respekt. Und ich will auch verdammten Respekt."

Zum 28. Mal gelang ihm gegen die Heat in den Playoffs ein Triple-Double aus zweistelligen Werten in den wichtigsten Statistik-Kategorien, 28 Punkte, 15 Rebounds und 10 Assists verbuchte er. James holte zwei Titel mit den Miami Heat, einen mit den Cleveland Cavaliers in seinem Heimatstaat Ohio – und nun einen mit den Lakers, die seit 2010 nicht mal mehr ins Finale der Western Conference gekommen waren. "Das Gefühl, etwas beweisen zu müssen, hat mich angetrieben die vergangenen eineinhalb Jahre. Es gab immer etwas Zweifel", sagte er.