Ungeahndeter Vertragsbruch

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 12. August 2022

Schwenningen Wild Wings

Eishockeycrack Andrew Calof wechselt in die russische KHL.

(BZ). Trotz eines bestehenden Arbeitsvertrags wird Andrew Calof, dem ein besser dotiertes Angebot aus der russischen Eishockeyliga KHL vorliegt, in der kommenden DEL-Saison nicht für die Schwenninger Wild Wings auflaufen. In den vergangenen Tagen entwickelte sich ein sehr dynamisches Geschehen rund um den am Neckarursprung unter Vertrag stehenden Kanadier. Da der potenzielle neue Arbeitgeber aus der KHL nicht bereit war, die Ablöseforderungen der Wild Wings zu akzeptieren, beantragten die Schwenninger Verantwortlichen beim internationalen Eishockey-Verband IIHF eine vorläufige Sperre für Calof wegen Nicht-Erfüllung des bestehenden Arbeitsverhältnisses.

Nach intensiver Prüfung der IIHF steht nun fest, dass der Weltverband aufgrund seiner Statuten keine Sperre aussprechen kann, da dies nur möglich wäre, wenn der abgebende Verein Växjö Lakers noch geltende Ansprüche gegenüber dem Spieler habe. Die Statuten bieten aktuell keine wirksame Grundlage, derartige Schritte bei gültigen und bestehenden Arbeitsverträgen einzuleiten. Die IIHF erklärte, dass sie den Vertragsbruch des Spielers Andrew Calof in keiner Weise toleriert und kündigte an, die Statuten neu zu überdenken. Außerdem, so der Weltverband, könnten die Wild Wings Schadenersatzansprüche gegenüber Calof gerichtlich geltend machen.

Die Klubführung der Wild Wings widerspricht in einer Stellungnahme "den Falschaussagen eines Beraters von Andrew Calof", der via Twitter seine ganz persönliche Wahrheit publiziert habe. Die Motivation, seinen Klienten zum Vertragsbruch anzustiften, sei "auf das Schärfste zu verurteilen" und habe im Spitzensport keine Daseinsberechtigung.
"Es muss zukünftig Bestimmungen geben, die es ermöglichen Spieler, Agenturen oder Spielerberater, für die bestehende Arbeitsverträge nichts wert sind, angemessen zu sanktionieren", so Christoph Sandner, der Geschäftsführer der Wild Wings. "Der Fall Calof zeigt überdeutlich, wie wichtig es ist, dass die Verbände ihr Reglement dringend überarbeiten."