UNTERM STRICH: Mount Sportclub statt Feldberg?

Mo, 09. März 2020

Kolumnen (Sonstige)

Von Fußballfans und ihrer Sehnsucht nach den Bergen / Von Sebastian Kaiser.

Fußballfans gelten gemeinhin als kreativ – mit viel Fantasie und Hingabe sorgen sie zumindest meistens für gute Stimmung im Stadion, geben alles für den eigenen Verein. Nun haben Anhänger des Bundesliga-Erstligisten Fortuna Düsseldorf eine besondere Idee. Sie würden gern einen Berg zu Ehren ihres Vereins umbenennen. Allerdings ist es mit den Bergen im Westen Nordrhein-Westfalens so eine Sache. Sie sind schwer zu finden. Und – das muss man in aller Ehrlichkeit sagen – über das, was dort als Berg bezeichnet wird, würde man in den Höhenlagen des Schwarzwalds nur milde lächeln. Das ist offenbar auch den Düsseldorfern bewusst, weshalb man am Niederrhein einen Gipfel in Österreich ins Visier genommen hat. Allerdings im positiven Sinne. Und zwar das Maishofner Kreuz an der Schwalbenwand. Ein Berggipfel im Salzburger Land mit 1895 Metern Höhe. Das entspricht wiederum exakt dem Gründungsjahr von Fortuna Düsseldorf, deren Kicker in der Nähe regelmäßig ihr Sommertrainingslager veranstalten. Deshalb, so lautet der Vorschlag, könnte man den Berg doch in "Fortuna-Höhe" umbenennen. Die Verhandlungen laufen allerdings nur mäßig erfolgreich. Zumindest inoffiziell hat eine kleine Fangruppe den Berggipfel zwar bereits umbenannt. Dabei wird’s aber wohl auch bleiben. Der örtliche Gemeinderat hat abgewunken.

Als Südbadener könnte man an dieser Stelle auf Ideen kommen. Schließlich sind die Voraussetzungen nahezu perfekt. Wir hätten nicht nur den passenden Verein, sondern auch zahlreiche Berge direkt vor der Haustür. Wie wär’s mit Mount Sportclub oder SC-Freiburg-Massiv? Allerdings ist der Höchste im Schwarzwald 1493 Meter hoch, der SC Freiburg wurde aber 1904 gegründet. An dieser Stelle wäre also Kreativität gefragt. Die gibt es in Südbaden zwar reichlich. Aber vielleicht ist der ganze Rummel auch völlig übertrieben. Denn am schönsten ist Fußball doch ohnehin auf dem Platz. Und dort schafft es der Sportclub auch ganz ohne eigenen Berg in ungeahnte Höhen.