Eisvögel

USC-Spielerinnen stellen im Corona-Modus die Sinnfrage

Georg Gulde

Von Georg Gulde

Do, 28. Januar 2021 um 20:28 Uhr

USC Eisvögel

Den USC-Basketballerinnen fällt es zunehmend schwer, sich zur Corona-Saison zu bekennen. Am Samstag treten sie dennoch in der Sepp-Glaser-Halle gegen Nördlingen an.

Manchmal beschleicht in diesen Monaten jeden das Gefühl, ob das, was er tut oder nicht tut, denn überhaupt sinnvoll ist. Angesichts der Corona-Pandemie stellen sich auch die Erstliga-Basketballerinnen des USC Freiburg öfter die Sinnfrage. Uwe Stasch, Stellvertretender Vorsitzender der Eisvögel, fasst es so zusammen: "Ist das noch richtig, was wir tun?" Er meint unter anderem die drei Auswärtsspiele binnen sechs Tagen, die das Team zuletzt zu bestreiten hatte – verbunden mit drei Fahrten nach Heidelberg, Wasserburg und Saarlouis. Reisen zu Spielen in zuschauerlose Sporthallen.

Auf der einen Seite sehen sie es als ein Privileg an beim USC, dass wenigstens das Erstliga-Team trainieren darf. Und spielen. So wie es die Eisvögel am Samstag (19.30 Uhr) schon wieder machen werden – in der heimischen Sepp-Glaser-Sporthalle gegen das Team aus Nördlingen, gegen das sie in dieser Saison bereits im Pokal (65:68) und im Auswärtspunktspiel (76:86) verloren haben. Sie spielen und üben, weil sie von der Politik als Profi-Mannschaft eingestuft worden sind, obwohl nur drei ausländische Spielerinnen sowie die beiden Trainerinnen Isabel Fernandez und Hanna Ballhaus ihr Geld mit Basketball verdienen. Der Rest des Teams besteht aus Studentinnen und Schülerinnen. Auf der anderen Seite gibt’s Teams wie Keltern, die zwölf Profis im Kader haben und denen nicht viel an der Entwicklung von deutschen Talenten liegt. Profisportler hin oder her. "Homogen ist die Frauen-Basketball-Bundesliga nicht und sie lässt sich schon gar nicht mit der Fußball-Bundesliga der Männer vergleichen", sagt Stasch.

Ist es noch angemessen, semiprofessionell zu spielen, wenn Kitas, Schulen und Geschäfte geschlossen sind? Ist es klug, sich den Fans zu präsentieren, per Videos und Livestreams? Ist es vernünftig, den im Herbst als Probelauf im Kampf um bundesweite Aufmerksamkeit aufgenommenen Spielbetrieb auf Teufel komm raus durchzuziehen – auch wenn zahlreiche Spiele verlegt und dann nachgeholt werden müssen? "Selbst den Spielerinnen fällt es schwer, sich zu einer Saison zu bekennen, die so sehr anders ist", sagt Stasch. Auf der Heimfahrt vom Nachholspiel am Mittwoch in Saarlouis, das der USC mit 60:75 verlor, sei dies Thema gewesen. Zusammen mit Abstrusitäten, wie sie die Corona-Zeit eben mit sich bringt. Das von den vielen Spielen erschöpfte Eisvögel-Team wird am Samstag auf einen ausgeruhteren Gegner treffen. Denn die Mittwochpartie zwischen Nördlingen und Heidelberg fiel wegen positiver Schnelltests von Gäste-Spielerinnen aus. Die wurden am Dienstag genommen. Am Spieltag ergaben PCR-Tests dann negative Ergebnisse. Doch da war das Spiel schon abgesagt.