Baden-Württemberg

Veranstaltungen mit bis zu 500 Gästen werden wieder erlaubt

dpa, tst

Von dpa & Thomas Steiner

Di, 23. Juni 2020 um 20:24 Uhr

Südwest

Baden-Württemberg hat seine Corona-Verordnung überarbeitet und gelockert. Außerdem wurden Hilfen für Busunternehmen und Kulturschaffende beschlossen.

Die Landesregierung hat weitere Lockerungen von Corona-Maßnahmen bekanntgegeben. Mit der nun beschlossenen Neufassung der Corona-Verordnung sollen die Regeln auch verständlicher für den Bürger werden. Darauf hatte vor allem die CDU gedrängt.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte ebenfalls eingeräumt, seit März sei ein "unübersichtliches Gesamtkunstwerk" an Vorgaben entstanden. Außerdem wurden bei der Kabinettssitzung am Dienstag Hilfen für durch Corona geschädigte Branchen beschlossen. Details zu einigen Regelungen:

Treffen: Ab dem 1. Juli wird die Unterscheidung von privaten und öffentlichen Räumen aufgehoben. Es dürfen sich, ob zuhause oder draußen, bis zu 20 Menschen miteinander treffen. Mehr als 20 dürfen es sein, wenn es sich um in gerader Linie Verwandte, Geschwister und deren Nachkommen oder um im eigenen Haushalt lebende Personen handelt. Bei privaten Veranstaltungen mit nicht mehr als 100 Teilnehmenden ist ab 1. Juli kein Hygienekonzept mehr nötig. Dies gilt etwa für Hochzeitsfeiern, Taufen und Familienfeiern.

Veranstaltungen: Ebenfalls ab dem 1. Juli sind Veranstaltungen mit bis zu 250 Personen möglich. Dies betrifft Kulturveranstaltungen genauso wie Vereinstreffen oder Mitarbeiterversammlungen. Voraussetzung: Den Teilnehmern werden feste Sitzplätze zugewiesen und die Veranstaltung folgt einem zuvor festgelegten Programm. Ab dem 1. August sind dann auch Veranstaltungen mit bis zu 500 Personen wieder erlaubt. Weiterhin nicht öffnen dürfen Clubs und Diskotheken. Großveranstaltungen bleiben bis Ende Oktober verboten.

Messen: Vom 1. September an dürfen Messen mit mehr als 500 Personen wieder stattfinden – abhängig von einer "entspannten" Infektionslage und mit Abstands- und Hygienevorgaben. Bereits vom 1. August an dürfen, wie bereits vergangene Woche beschlossen, Messen mit bis zu 500 Teilnehmenden stattfinden.

Kultur: Für Kulturschaffende und kulturelle Stätten wird es weitere Gelder in Höhe von 50 Millionen Euro geben. Davon sollen 32,5 Millionen in einen Hilfefonds gehen, der einen Spielbetrieb auch unter den Einschränkungen ermöglichen soll. Mit weiteren 7,5 Millionen Euro sollen über das Programm "Kunst trotz Abstand" neue Formate unter Corona-Bedingungen finanziert werden, zehn Millionen gehen an Vereine der Breitenkultur, etwa Amateurtheater.

Busunternehmen: Für die Branche soll es einen Corona-Rettungsschirm in Höhe von 40 Millionen Euro geben. Geplant ist ein einmaliger Zuschuss pro Reisebus in Höhe von bis zu 18.750 Euro für Unternehmen mit Liquiditätsproblemen.

Gastronomie: Von Corona betroffene Gastronomiebetriebe sollen nach dem ersten Landeshilfspaket einmalig weitere 3000 Euro sowie 2000 Euro für jeden in Vollzeit beschäftigten Mitarbeiter beantragen können.