Viel mehr Platz zum Schmökern

Brigitte Chymo

Von Brigitte Chymo

Mo, 22. November 2021

Murg

Murger Bücherei zieht in großere Räume / Büchereiteam steckt 200 ehrenamtliche Stunden in die Arbeiten.

Für das Büchereiteam ebenso wie für kleine und große Leser brechen neue Zeiten an. In den letzten Wochen zog die öffentliche Bücherei von ihrem mehr als beengten Standort im Erdgeschoss Familienzentrum Kult hinauf in die nächste Etage und in wesentlich größere Räume. Samstag luden Bücherei und KulT gemeinsam zu einem Tag der offenen Tür ein.

Vom Counterbereich und Büro, früher einmal das Sprachlabor, in der Murgtalschule geht es jetzt rechts in das Lesereich der Kinder und Jugendlichen, und links in die Erwachsenenwelt. 8000 Medien, die sich im Erdgeschoss noch in einem einzigen Raum dicht an dicht in den Regalen drängten, sind jetzt luftig über zwei frühere Klassenzimmer im ersten Obergeschoss verteilt. Und in Lesecken kann wieder geschmökert werden.

Allein die Aussicht auf bessere Zeiten hatten nach der Ankündigung des Umzugs im Sommer für Aufschwung gesorgt. Mit dem Anstieg der Ausleihen stieg auch wieder die Motivation des Büchereiteams. Nachdem die Ausleihen pro Monat unter die 300er-Marke gesackt waren, liegen diese jetzt wieder bei knapp 400 im Monat. "Es hat sogar ein paar Neuanmeldungen gegeben", freut sich Christiane Zaucker. Die Büchereileiterin und ihr Team stemmten in den letzten drei Wochen den Umzug: "Das war ziemlicher Stress." Da waren zunächst veraltete Medien aus den vollgestopften Regalen im Erdgeschoss auszumisten, damit wieder Platz für Neues wird, anschließend alles nach oben zu transportieren und neu zu sortieren. So kamen für das Büchereiteam etwa 200 ehrenamtliche Stunden zusammen.

Um den vorangegangenen Umbau in den ehemaligen Schulräumen hatte sich Marion Mörsdorf, Projektleiterin des Familienzentrums Kult in Zusammenarbeit mit Architekt Stefan Kammerer und Bauhof gekümmert. Aber auch der Hausmeister der Murgtalschule hat in den Räumen Hand angelegt und zum Beispiel die PVC-Böden der Räume wieder auf Hochglanz gebracht. Die Decken erhielten einen neuen Anstrich, selbstschließende Türen wurden eingebaut, die Räume neu verputzt und gestrichen. Neu sind die gesamte Elektrik und die Telefonanlage der Bücherei. Nur die Teeküche fehlt im Moment noch.

Alles in allem wird der Umzug der Bücherei etwa 30 000 Euro kosten. Eine sehr abgespeckte Variante wohlgemerkt. Ursprünglich waren einmal 150 000 Euro veranschlagt. Das war im Haushalt 2020 und bevor Corona kam und unerwartete Kosten verursachte. Der Umzug wurde erst einmal verschoben. Als immer mehr Leser wegblieben und die Motivation des Büchereiteams sank, sei überlegt worden, wo gespart werden könnte, erzählt Mario Mörsdorf und betont die wichtige Rolle der Bücherei als Zugpferd des Familienzentrums Kult. Zur Finanzierung wird ein Restbetrag von knapp 30 000 Euro verwendet, den die Gemeinde aus dem Erbe der 1919 verstorbenen Lieselotte Johanna Weigandt noch hatte.

Mit einem Glas Sekt stießen Büchereiteam, die Projektleitung des Familienzentrums, Gemeinderäte und weitere geladene Gäste nach Beginn des Tags der offenen Tür auf die Wiedereröffnung an.