Viele Fragen, wenig Antworten

Jürgen Ruoff

Von Jürgen Ruoff

Mi, 28. Oktober 2020

Skispringen

Ob der Skisprung-Frauenweltcup, der in Hinterzarten nicht ausgetragen werden kann, nach Neustadt hüpft, steht noch nicht fest.

. Fakt ist: Die beiden Weltcup-Skispringen der Frauen Ende Januar können nicht wie geplant auf der Rothaus-Schanze in Hinterzarten ausgetragen werden. Der Umbau der Schanze verzögert sich aufgrund technischer Probleme. Fakt ist auch, dass der Deutsche Skiverband (DSV) und der Weltverband (FIS) auf der Suche nach einem alternativen Austragungsort in Deutschland sind. Im Schmiedsbachtal in Neustadt steht eine imposante Skisprungschanze. Liegt die Lösung für die Suche tatsächlich ein paar Kilometer weiter östlich? Ganz so einfach scheint es nicht zu sein.

Hinterzarten war im Januar 2012 erster Austragungsort eines Frauen-Weltcupspringens. Auch in den folgenden Jahren gastierten die weltbesten Springerinnen im Adler-Skistadion. Im Dezember 2017 eine weitere Weltpremiere im Skidorf: der erste Team-Weltcup für Frauen. Hinterzarten musste jetzt allerdings die Weltcup-Veranstaltung, die vom 29. bis 31. Januar 2021 auf der Rothaus-Schanze stattfinden sollte, notgedrungen an die Verbände zurückgegeben. "Ohne taugliche Schanze kein Springen", sagt Schanzenkoordinator Michael Lais. Im Zuge des Umbaus der Rothaus-Schanze finden der neue Stahlbau und der renovierte Turm in der Höhe bisher nicht zusammen. "Der Stahlbau kommt nicht da an, wo er soll", sagt Lais, "wir wissen bisher nicht, wo der Fehler steckt". Lais und seine Kollegen haben angeboten, sich mit ihrem Know-How einzubringen, "je nachdem, wo der Wettkampf alternativ nun ausgetragen wird".

Viel Skisprung-Know-How haben sie auch etwas weiter östlich in Neustadt. Die Vielzahl an Weltcup- und Continentalcup-Springen reicht zurück bis ins Jahr 2001: zehnmal Weltcup und elfmal Continentalcup. Der Männer-Weltcup in diesem Winter auf der Hochfirstschanze ist für den 9. und 10. Januar angesetzt. "Wir sind mit dem Deutschen Skiverband und der FIS in Kontakt" bezüglich Übernahme des Frauen-Weltcups, das bestätigt Joachim Häfker, der als Generalsekretär die Leitung der Skispringen auf der Hochfirstschanze in Titisee-Neustadt innehat. Es müsse jedoch viel geklärt werden: beispielsweise Fernsehzeiten, die ganzen Kosten und natürlich die Corona-Problematik. Apropos: Der DSV hat ein Hygiene- und Schutzkonzept definiert, das geeignet sein soll, "um im kommenden Winter Wettkämpfe und Großveranstaltungen möglichst risikofrei" ausrichten zu können. Von einem "sportartspezifischen Modulbaustein" ist die Rede, "der je nach Art und Größe der Skisport-Veranstaltung im Rahmen eines Stufenmodells an die jeweiligen lokalen Bedingungen und Vorgaben angepasst werden kann".

Häfker: Alles ist in der Schwebe

In der Pressenachricht des nationalen Skiverbands wird DSV-Präsident Franz Steinle mit den Worten zitiert: "Unser gemeinsames Ziel war es, ein Konzept zu erstellen, das für den Skisport in Deutschland einheitliche Standards definiert und damit unsere Organisatoren bei den notwendigen Planungen entlastet, andererseits den Gesundheitsbehörden eine valide Grundlage für ihre Genehmigungen liefert." Zahlreiche Anhänge und seitenlange Ausführungen werden mitgeliefert.

"Im Moment ist alles in der Schwebe", sagt Häfker, "es steht noch nichts fest, mehr kann ich dazu nicht sagen".