Vom Nutzen von Schwellen in Tempo 30-Zonen

Michael Dörfler

Von Michael Dörfler

Mo, 05. Oktober 2020

Ebringen

Zu schnell fahrende Autos im Ort sind Thema im Gemeinderat Ebringen / Bürgermeister vereinbart Termin für Verkehrsschau.

. "Halten Sie die Fahrer doch einfach an und sagen ihnen, dass sie nicht so schnell fahren sollen. Sie kennen die doch alle." Es ist eine Mischung aus Hilflosigkeit und Pragmatismus, die aus Rainer Mosbachs Ratschlag spricht. Ebringens Bürgermeister weiß, wie schwer es sein kann, Mitbürger zu regelkonformen Verhalten anzuhalten.

Doch die Rolle des Dompteurs kann eine undankbare sein. "Ich weiß das aus eigenem Erleben", fügt Mosbach an. Anlass für diese Äußerungen gibt in der abschließenden Fragestunde der Ratssitzung. Margarete Gartiser (Bürger für Ebringen), die fast flehentlich die Bitte formuliert, auf einigen Straßen in Ebringen doch Bodenschwellen montieren zu lassen – insbesondere auf jenen Abschnitten, auf den Schulkinder unterwegs sind oder die Kleinen in den Kindergarten laufen.

Unterstützung kommt von Kollegin Bettina Burkert (BfE), und wie so oft, wenn das Thema Raserei im Gremium zur Sprache kommt, fällt zuvorderst der Name Reuteweg. "In Ebringen gilt Tempo 30", hält Rainer Mosbach noch erklärend entgegen. Doch mit derlei Erkenntnissen, das wissen alle an diesem Abend in der Schönberghalle, kommt man bei diesem Thema nicht weit.

Hilfe erhoffen sich Politik und Verwaltung deshalb von einer schon seit geraumer Zeit ins Auge gefassten Verkehrsschau. Doch terminiert ist dieses Gipfeltreffen mit entsprechenden Behörden noch immer nicht fix. Rainer Mosbach will jetzt sinnbildlich selbst aufs Gaspedal treten: "Ich kümmere mich um einen Termin."

Eine gewisse Skepsis, was den erwünschten Erfolg der behördlich verordneten Verkehrsberuhigung anbelangt, kann der Bürgermeister aber nicht verhehlen. "Glauben Sie mir, ich würde schon Schwellen montieren und zig Schilder aufstellen lassen, aber das bekommen wir von den dafür zuständigen Ämtern nicht genehmigt." Die Erfahrung zeige: Die Verkehrsbehörden seien da "sehr restriktiv".

Eine verzwickte Situation. Zumal Rainer Mosbach noch mit einer weiteren Erkenntnis die Stimmung im Saal eintrübt. Die Gemeinde Ebringen kenne aufgrund ihrer Lage eigentlich keinen Durchgangsverkehr, sagt er, und fügt die Schlussfolgerung hinzu: "90 Prozent des Verkehrs auf Ebringens Straßen kommt von uns selbst."