Von Denkmal zu Denkmal

vfne, ulh

Von vfne & Ulrike Hiller

Mi, 15. September 2021

Kippenheim

Radtour auf den Spuren des Synagogenbauers Georg Jakob Scheider .

(vfne/ ulh). Eine vom Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim organisierte Radexkursion führte am Tag des offenen Denkmals am Sonntag zu den Spuren des Architekten Georg Jakob Schneider, dem Erbauer der Kippenheimer Synagoge. Alle Synagogen in Südbaden, die zwischen 1850 und 1870 erbaut wurden, hat er entworfen. 1852 wurde die Mühlheimer Synagoge eingeweiht, im selben Jahr die Kippenheimer, 1857 die Ruster, 1861 die Ihringer und 1868 die Altdorfer.

Schneider hatte ein Baukastensystem für seine Landsynagogen entwickelt, wie Jürgen Stude vom Förderverein zu Beginn in der ehemaligen Synagoge Kippenheim erläuterte: Während der Grundriss und das Bauschema seiner Synagogen immer gleich blieben, war ihr Stil austauschbar. Nur die 1870 eingeweihte prunkvolle Freiburger Synagoge wich davon ab. Dieses Gotteshaus und das ebenfalls von Schneider erbaute Colombi-Schlösschen (1861) bildeten die Höhepunkte in seinem Schaffen.

Von Kippenheim ging es nach Schmieheim, wo Schneider zwischen 1843 und 1846 mit dem Umbau der Synagoge und dem Neubau der evangelischen Kirche beschäftigt war. "Würde man das Kreuz auf dem Giebel der Markuskirche durch eine Zehn-Gebote-Tafel ersetzen, könnte man sie für eine Synagoge halten", meinte Stude. Vorbei am jüdischen Friedhof von Schmieheim und Walburg radelte die Gruppe zur ehemaligen Synagoge Altdorf, wo sie die Hausherrin Isolde Wawrin in Empfang nahm. Ihr Mann Yoshiyuki Kakedo und sie hatten das Gebäude restauriert 1999 darin die Kunsthalle Altdorf eröffnet. Im ehemaligen Betsaal mit seinen achteckigen Säulen hängen großformatige Bilder aus dem Schaffen des Ehepaars. Gemeinsam mit dem 2018 gegründeten Förderverein ehemalige Synagoge Altdorf hält Isolde Warim die Erinnerung an die Synagoge und das frühere jüdische Altdorf wach.

In Ettenheim wurde der Tag des offenen Denkmals mit Stadt- und Kirchenführungen sowie mit dem geöffneten Museum begangen. An der Fuchsmühle der Familie Kratt fand auf Einladung der Stadtkapelle Ettenheim ein Hock als Ersatz für den Mühlenhock statt. Aktive der Stadtkapelle bewirteten bei dezenter Blasmusik aus dem Lautsprecher, drei Mitglieder des Narrenballetts der Hoorig Ettenheim boten Spirituosen an.