"Von der Resonanz überwältigt"

Annemarie Zwick

Von Annemarie Zwick

Do, 15. Juli 2021

Leichtathletik

308 Läuferinnen und Läufer haben sich für den X-Trail in Breitnau angemeldet und viele sind die Strecken individuell gelaufen.

. "Es hat sich auf jeden Fall gelohnt." Das sagt Charly Doll über die "X-Trail-Nordic-Walking-Challenge" der Ski-Zunft Breitnau. Die bot, weil die Corona-Pandemie den gewohnten Wettkampf nicht zuließ, den Läufern und Walkern die Möglichkeit, die üblichen Strecken innerhalb von 13 Tagen individuell zurückzulegen. Mittels einer App auf dem Smartphone konnten alle, die sich angemeldet hatten, ihre Zeit registrieren lassen (die BZ berichtete).

308 Jugendliche, Männer und Frauen meldeten sich für zehn oder 20 Kilometer an. Von dieser Resonanz seien die Organisatoren "überwältigt gewesen", verrät Charly Doll. Schließlich habe man den Leuten "nichts geboten" – außer zwei markierten Strecken in grandioser Natur wie der Ravennaschlucht. Doch trotz des minimierten Aufwands – keine Verpflegungsstellen unterwegs, keine Bewirtung im Ziel, aber gekühlte Getränke und Zugang zur Toilette in der Kultur- und Sporthalle – habe man "schon lange organisieren müssen", bis das Angebot stand.

Das nutzten manche dann gleich mehrfach. Axel, Vereinsangabe "Schwarzwaldelch", stellte dabei mit elf Starts einen einsamen Rekord auf. Zehnmal taucht der "Schwarzwaldelch" über 20 Kilometer in der Ergebnisliste auf – schnellste Zeit 3:48:32 Stunden –, einmal entschied er sich für die halb so lange "Funstrecke". Laut gut unterrichteten Quellen ist Axel ein fitter Rentner aus Schluchsee, der sein "Tagespensum" schon morgens erledigte.

Fußballer Arne Mundinger läuft die schnellste Zeit

Die Bestzeit der registrierten Finisher schaffte ein Fußballer: Arne Mundinger vom FC Neustadt bewältigte die lange Strecke in 1:48:45 Stunden und widerlegte damit das alte Vorurteil, dass Kicker nicht gerne laufen. Die zweitschnellste Zeit (1:51:04) lief Skilangläufer Simeon Göppert (WSC Breisgau-Staufen) vor Heiner von Lüpcke (1:51,43). Als schnellste Frau rangiert Clara Ebner in 2:04:45 Stunden auf dem zehnten Platz der 102 Finisher über 20 Kilometer.

126 Läufer und Walkerinnen finden sich in der Ergebnisliste über zehn Kilometer. An der Spitze Joachim Göppert in 43:48 Minuten vor Matthias Schönstein (SV Waldkirch/47:15) und Kilian (Kölner Flitzer/48:09). Tabea Hensler von der SZ Breitnau belegt in 53:02 Minuten hinter vier Männern einen Spitzenplatz.

Dass nur 228 Sportler klassiert sind, hängt sicher damit zusammen, dass manche nicht an allen Kontrollstellen die QR-Codes scannen konnten. Somit wurden sie auch nicht mit einer Endzeit im Ziel registriert. Einige von ihnen reichten später ihre persönlich gestoppte Zeit ein. Obwohl die Zeitnahme nicht bei allen klappte, womöglich wegen schlechter Handyverbindung an einzelnen Streckenpunkten, äußerten die Teilnehmer laut Charly Doll nur Lob, Dank und große Freude: "Wir haben so liebe Briefe, Mails und Videos gekriegt. Manche haben gesagt, ’wir wissen jetzt, warum das Deutschlands härtester Halbmarathon ist’."

Charly Doll selbst war in den 13 Tagen zusammen mit Frau Friederike fast täglich unterwegs. Weil die "umweltfreundliche Kreidefarbe" mehrmals vom Regen abgewaschen wurde, musste die Streckenmarkierung immer wieder erneuert werden. "16 Dosen grüne Farbe hab’ ich versprüht", berichtet Doll. Positiver Nebeneffekt: "Wir sind jetzt topfit." Dennoch hofft der "Erfinder" des erstmals 2011 ausgetragenen X-Trail-Runs, dass im kommenden Jahr wieder ein normales Rennen möglich sein wird.