VON HERZEN: Partnerschaft mit sich selbst

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Sa, 21. August 2021

Liebe & Familie

Die Liebe war sommerleicht, die Verabredungen unverbindlich und immer schön. Doch einen ersten gemeinsamen Urlaub planen? Will der Partner nicht. Die potentiellen Schwiegereltern mal kennenlernen? Auf keinen Fall. Das ist ganz typisch. "Der oder die Bindungsängstliche ist oft sehr erleichtert, mitunter regelrecht euphorisch, wenn das Verlieben mal wieder geklappt hat", sagt der Psychologe Wolfgang Krüger, der sich in seinem Buch "Bindungsängste heilen" mit dem Thema beschäftigt. Wird die Beziehung allerdings intensiver, entsteht ein Alarm, der Ängstliche bekommt Panik und zieht sich abrupt zurück. Wer gestern noch verliebt war, empfindet heute den werbenden Mann als Bedrohung. "Dieser Wechsel ist für das Gegenüber immer irritierend und oft kränkend", sagt Krüger. Deshalb sei es oftmals besser, wenn sich die Annäherung langsam vollzieht. "Denn der Auslöser der Bindungsangst ist immer ein Ohnmachtsgefühl und die Befürchtung, es könne etwas passieren, was sich unserer Kontrolle entzieht", sagt Krüger, "diese panische Angst lässt sich aber grundsätzlich aufarbeiten, wenn man eine Partnerschaft mit sich selbst eingeht." Dazu gehöre, dass man die eigene Kindheit versteht, sein Selbstwertgefühl steigert und unabhängig wird. "Das hält die Bindungsängste sehr in Schach."